09.06.2010 09:02
Devisenoptionen
Was macht Devisenoptionen interessant?
Im Vergleich zum reinen Devisenhandel muss man den Optionshandel als etwas komplizierter werten, da eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen sind, die im klassischen Devisenhandel nicht beachtet werden müssen. Im Gegenzug bietet der Optionshandel aber auch deutlich mehr Möglichkeiten, angefangen bei der Risikokontrolle bis hin zu einer Vielzahl von einfachen bis komplexen Handelsstrategien. Wie beim Devisenhandel hat der technologische Fortschritt den Optionshandel für ein breiteres Publikum geöffnet. Vom Versicherungsunternehmen bis zum Privatkunden werden heutzutage Optionen gehandelt, vom Hedger bis zum Spekulanten.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor, das im Moment eine ganze Reihe Händler beschäftigt: Aufgrund einer steigenden Inflation sollte Gold in den nächsten Jahren deutlich an Wert gewinnen. Mittelfristig kann es jedoch bei der Auflösung der Carry Trades zu einer Dollarstärke kommen. Einige Analysten erwarten einen Rückgang des Goldpreises bis auf 870 US-Dollar. Hier ergeben sich verschiedene Möglichkeiten:
■ Man wartet auf einen günstigeren Einstiegspreis, riskiert allerdings, dass man bei einem direkten Kursanstieg einen Teil der Aufwärtsbewegung verpasst.
■ Man kauft eine Call-Option, die einem das Recht einräumt, zu einem bestimmten Preis Gold zu kaufen.
■ Ist man bereits Gold „long“, kann man sich durch den Kauf einer Put-Option gegen einen Preisverfall absichern.
Die Optionen bieten einem hier gegen eine Prämie die Möglichkeit, die Strategie an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen und gegen Risiken abzusichern.
Call/Put – Long/Short
Generell wird zwischen Call- und Put-Optionen unterschieden, die Begriffe werden in der Regel nicht übersetzt. Eine Call-Option bedeutet immer das Recht, zu einem bestimmten Preis zu kaufen, bei einer Put-Option geht es immer um das Recht, zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Beide Arten von Optionen kann man „long“ oder „short“ sein. Long bedeutet, man hat eine Option gekauft und hält somit das Recht, zum Verfallstermin die Option auszuüben. Als Verkäufer oder Schreiber einer Option hat man wiederum die Pflicht, die Auswahl des Käufers auszuführen. Der Verkäufer wird auch als Stillhalter bezeichnet.
Ein weiteres wichtiges Merkmal von Optionen ist der aktuelle Marktpreis des Basiswertes im Verhältnis zum Ausübungspreis. Ist eine Option “im Geld“, bedeutet dies, dass der Basiswert bei einem Call über und bei einem Put unter dem Ausübungspreis handelt. „Aus dem Geld“ bedeutet, dass die Option beim aktuellen Marktpreis am Verfallstag wertlos verfallen würde. „Am Geld“ heißt, der Ausübungspreis ist sehr nah am aktuellen Marktpreis. Gebräuchlich sind auch hier die englischen Begriffe, mit folgenden Abkürzungen: ITM – in the money, OTM – out of the money und ATM – at the money.
Risiko
Als Käufer einer Option beschränkt man sein Risiko auf den Betrag, den man als Prämie gezahlt hat. Das Schlimmste, was dem Käufer einer Option passieren kann, ist, dass die Option wertlos ausläuft, während sein Gewinn theoretisch unbegrenzt ist (dies gilt für Call-Optionen, bei Put-Optionen ist der maximale Gewinn ein Rückkaufpreis des Basiswertes von null). Somit ist der Kauf einer Option eine relativ sichere Sache. Der Verkäufer fi ndet sich genau in der gegensätzlichen Situation: Sein maximaler Gewinn ist auf die eingenommene Prämie beschränkt, sein Verlust theoretisch unbegrenzt. Der Käufer einer Option ist somit in einer ähnlichen Situation wie ein Versicherungsnehmer, der Verkäufer einer Option ist in der gleichen Situation wie die Versicherungsgesellschaft.
Ein zusätzliches Risiko, das bei Optionen entstehen kann, ist das unbeschränkte Kursrisiko aus einer Spot-Position, welche man durch das Ausüben einer Option erhalten hat. Hat man zum Beispiel eine Put-Option in EURUSD mit Strike 1,41 gekauft und am Verfallstag steht der Preis bei 1,37, erhält man eine EURUSD-Short-Position bei 1,41. Da ist man zwar im Gewinn, unterliegt aber einem Kursrisiko auf die Spot-Position. Der Verkäufer dieser Option hätte entsprechend eine Long-Position bei 1,41 in seinem Konto.
Eine einfache Art, das Risiko von Optionen zum Verfallstag darzustellen, sind sogenannte Payout-Graphen (Auszahlungsprofile). Abbildungen 1 und 2 zeigen den einfachen gekauften Call bzw. Put. Auf der X-Achse ist der Kurs des Währungspaars dargestellt, auf der Y-Achse der Gewinn bzw. Verlust aus der Position, die weiße Linie stellt den Gewinn zum Verfallstag dar. Beim gekauften Call sehen wir, dass es bei tiefen Preisen des Basiswertes einen stabilen Verlust (genau in Höhe der gezahlten Prämie) gibt, ab dem Strike-Preis beginnt die Linie anzusteigen und erreicht ab dem Strike-Preis plus der Prämie den positiven Bereich.
Abbildung 1
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Während die Spekulationen bei gekauften Calls und Puts in die entgegengesetzte Richtung laufen, haben beide Optionen eines gemeinsam: Der maximale Verlust ist auf die gezahlte Prämie beschränkt. Egal wie sehr der Kurs sich beim gekauften Call gegen den Spekulanten – also nach unten – bewegt, mehr als die gezahlte Prämie kann nicht verloren gehen, wie die horizontale Linie zeigt. Der Gewinn bleibt unbeschränkt.
Abbildung 2
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Bei der verkauften Option ist es genau umgekehrt, im optimalen Fall verdient der Verkäufer die Prämie, er hat aber ein unbeschränktes Risiko. Der Verkäufer kann sein Risiko natürlich auch absichern, wie wir unten bei den Strategien kurz darstellen.
Abbildungen 3 und 4 zeigen den verkauften Call bzw. Put:
Abbildung 3
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Abbildung 4
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Wichtig bei den Payout-Graphen ist, dass sie nur für den Moment des Verfalls gelten. Während der Laufzeit der Option können sie aufgrund der anderen Einfl ussfaktoren nur als Indikation für die Strategie genutzt werden.
Wie handelt man Devisenoptionen
Es gibt drei „normale“ Arten, wie Optionen quotiert werden, zum einen in Prozent der Basiswährung (bei EURUSD also Euro), zum anderen in Pips der quotierten Währung, also bei EURUSD in USD pro Euro, und außerdem im Interbankenmarkt direkt als Volatilität. Hier benutzen wir die in Kontinentaleuropa übliche Quotierung in Pips. Eine Quotierung für eine EURUSD-Option kann also zum Beispiel 0,0055 zu 0,0065 lauten, das heißt, für jeden Euro der Option bezahlt man 0,0065 US-Dollar. Rechnet man das auf einen Nominalbetrag von einer Million Euro, wäre beim Kauf der Option ein Betrag von 6500 US-Dollar zu entrichten. Schreibt man diese Option, erhält man 0,0055 Pips oder entsprechend 5500 US-Dollar.
Abbildung 5

Die eine Variante, mit Optionen zu arbeiten, besteht darin, sie bis zum Verfall zu halten, es ist aber auch möglich, sie zu handeln. Optionen können jederzeit bewertet werden und so kann man eine Position auch vor dem Verfallstermin schließen. Aufgrund des höheren Spreads im Vergleich zu reinen Devisengeschäften eignen sich Optionen weniger zum Daytrading.
Welche Faktoren beeinflussen den Preis einer Option?
Die Bewertung einer Option zum Verfallstermin ist einfach: Der Wert entspricht der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem tatsächlichen Marktpreis des Basiswertes. Wenn der EURUSD-Kurs zum Verfall bei 1,39 steht und die Option das Recht gibt, bei 1,44 zu verkaufen, liegt der Gewinn bei 5 US-Cents oder 500 Pips, abzüglich der gezahlten Prämie.
Vor dem Laufzeitende ist der Preis nicht ganz so intuitiv zu ermitteln. Ausschlaggebend ist im Wesentlichen die Wahrscheinlichkeit, mit der die Option im Geld auslaufen wird. Entscheidend für die Berechnung dieser Wahrscheinlichkeit ist neben dem Ausübungspreis und dem aktuellen Preis (dies ergibt den inneren Wert der Option), neben der Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen und der Laufzeit, ganz wesentlich die Volatilität. Die Kombination aus Laufzeit und Volatilität ergibt den Zeitwert der Option. Wichtig ist, dass Optionspreismodelle nicht mit der historisch berechneten Volatilität rechnen, sondern mit der erwarteten Volatilität, der „implied volatility“. Dies ist die einzige „unklare Variable“ und somit auch der Faktor, in dem sich unterschiedliche Preissteller von Optionen unterscheiden können. Vergleicht man zwei Optionen mit den gleichen Bedingungen, wird diejenige deutlich teurer sein, bei der mit einer höheren Volatilität gerechnet wird. Eine Option in EURUSD mit einer Laufzeit von einer Woche wird deutlich teurer, wenn in der Woche zum Beispiel die US-Zinsentscheidung, die EZB-Zinsentscheidung und die US Nonfarm Payrolls veröffentlicht werden, als wenn keine wichtigen Daten anstehen. Das Prinzip ist das gleiche, das man von Versicherungen kennt. Ein 18-jähriger Mann wird eine deutlich höhere Prämie für eine Autoversicherung bezahlen als ein 40-jähriger, weil die Versicherung die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Unfall verursacht, als höher einstuft. Abbildung 5 zeigt das Optionsboard im Saxo Trader (der Handelsplattform der Saxo Bank), welches einen Vergleich von unterschiedlichen Laufzeiten und Ausübungspreisen bietet. Hier sieht man sehr deutlich den Einfl uss der Laufzeit und Nähe des Ausübungspreises zum aktuellen Marktpreis. Der Marktpreis war zum Zeitpunkt der Momentaufnahme 1,3660.
Wie verdient man mit Optionen Geld?
Eine ganze Reihe Optionshändler geht davon aus, dass man nur durch das Verkaufen von Optionen langfristig Geld verdienen kann. Einer der wesentlichen Gründe für diese These ist, dass ca. 90 % der Optionen auf Aktien wertlos verfallen, und dies wird auch auf andere Optionen übertragen. Während es sicherlich sehr erfolgreiche Optionshändler gibt, die dieser These folgen, kann dieser Ansatz auch sehr gefährlich sein. Die entscheidende Frage ist, wie weit im Geld die restlichen 10 % auslaufen. Dieses Phänomen musste der Hedgefund LTCM schmerzhaft erfahren. Auch das Kaufen von Optionen kann profitabel sein, wenn man den richtigen Ansatz findet. Die richtige Strategie zum richtigen Zeitpunkt ist entscheidend für den langfristigen Erfolg, unabhängig davon, ob man Optionen kauft oder schreibt.
Welches sind die wichtigsten Strategien?
Hat man sich mit den Grundlagen der Optionstheorie genügend auseinandergesetzt, geht es im nächsten Schritt an die Umsetzung der Marktmeinung, mit dem Einsatz von Optionen. Die Möglichkeiten, welche sowohl dem Hedger als auch dem Spekulanten geboten werden, sind hier bedeutend größer als durch den reinen Einsatz von Devisen-Kassa-, Forward- oder Futures Positionen. Dies schafft Flexibilität und ermöglicht ein besseres Risiko management sowie eine präzisere Umsetzung der eigenen Marktmeinung.

Grundpositionen
Kauf Call, Kauf Put, Verkauf Call, Verkauf Put
Eine Optionsstrategie beginnt beim einfachen Kauf einer Call- oder Put-Option. Der Spekulant setzt dabei auf einen fallenden (Put) oder steigenden (Call) Wechselkurs. Dies haben wir bereits im Anfangsteil beschrieben und Abbildung 1 und 2 zeigen nochmals die Payout-Graphen. Mit diesen beiden Grundpositionen, Optionen einzusetzen, sollte sich der Händler ausreichend vertraut machen, bevor er sich an die Vielzahl der weiteren Strategien heranwagt. Wie für jedes Produkt ist es wichtig, ein gutes Gefühl für Funktionsweise und Einflussfaktoren zu bekommen, bevor man in den Markt geht und das Produkt verstärkt anwendet.
Was dem Optionshändler bei Warrants verwehrt bleibt, ist beim Einsatz von OTC-Optionen generell möglich, nämlich die Short-Seite bei einer Option einzugehen, also die Option zu schreiben. Hier verweisen wir noch mal auf Abbildung 3 (Short Call) und Abbildung 4 (Short Put), wie bereits zu Beginn des Artikels erwähnt.
Der reine Kauf bzw. Verkauf von Put- oder Call-Optionen ist aber nur ein kleiner – wenn auch grundlegender – Teil der Möglichkeiten. Die interessantesten Strategien ergeben sich bei der Kombination verschiedener Optionen oder bei der Kombination einer oder mehrerer Optionen mit einer Kassa- oder Forward-Position. Mit „verschiedenen“ Optionen sind eine Variation der in der Strategie verwendeten Optionen mit Bezug auf Call/Put, Ausübungspreis und (seltener) Laufzeit gemeint. Einige gängige Strategien sollen nun kurz genannt und beschrieben werden.
Protective Put (absichernder Put)
Bei einer bestehenden Long-Position kauft man eine Put-Option zur Absicherung.
Wie der Name „Protective“ schon andeutet, handelt es sich hier um eine Hedgestrategie. Gehen wir von einem Händler aus, der eine Long-Position in Gold hält. Erinnern Sie sich an das Anfangs Anfangsbeispiel, in dem der Händler mittelfristig das Risiko für einen fallenden Kurs sieht, aber langfristig weiterhin mit einem steigenden Preis rechnet. Durch den Kauf eines Put kann sich der Händler für den von ihm selbst defi nierten Zeitraum gegen einen Kursverfall absichern, behält aber weiterhin das volle Gewinnpotenzial bei einem Kursanstieg. Der Gewinn vermindert sich lediglich um die gezahlte Prämie.
Abbildung 6
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Abbildung 6 zeigt diese Hedgestrategie und dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass der Payout-Graph dieser Strategie dem eines gekauften Call entspricht. Ist der Händler short im Markt und möchte einen Kursanstieg absichern, kauft er einen „Protective Call“, das Spiegelbild des „Protective Put“.
Covered Call
Bei einer bestehenden Long-Position verkauft man eine Call-Option aus dem Geld.
Gehen wir im nächsten Beispiel von einem Händler aus, der eine Long-Position in USDCHF hält. Langfristig erwartet der Händler ebenfalls weiterhin steigende Preise, die Long-Position wird also nicht aufgelöst. Im Gegensatz zum Goldhändler sieht dieser Händler jedoch keine Gefahr für eine Kurskorrektur in der kurzen Frist, sondern erwartet eher einen Stillstand bis zu einem geringfügigen Anstieg in der kurzen Frist. Durch den Verkauf eines „Covered Call“ kann der Händler durch die erhaltene Optionsprämie von einer neutralen Kursentwicklung profi tieren. Ein solcher Call wird aus dem Geld geschrieben, also mit einem Strike, welcher über dem derzeitigen Kurs liegt. Der Payout-Graph ist in Abbildung 7 dargestellt. Liegt der Händler falsch und fällt der Kurs, hat er keine Absicherung, allerdings vermindert sich der Verlust aus der Long-Position um die erhaltene Prämie. Steigt der Kurs bereits in der kurzen Frist unerwartet schnell an und liegt am Verfallstag über dem Strike, hat der Händler zwar auf die Long-Position gewonnen, ab dem Strike ist dieser Gewinn jedoch beschränkt. Wie man sieht, gleicht der Payout-Graph dem eines geschriebenen Put aus Abbildung 4.
Abbildung 7
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Eine Kombination aus einer Devisenposition mit einer Option muss aus Sicht der Positionsgröße nicht unbedingt 1:1 sein. Gegen eine bestehende Long- Position kann beispielsweise auch nur die Hälfte der Positionsgröße als Option geschrieben werden, damit verringert sich zwar die erhaltene Prämie, aber bei einem schnellen Anstieg ist der Gewinn nicht zu 100 % beschränkt. Wie man im Beispiel des „Covered Call“ ganz deutlich sieht, kann mit Hilfe der geschriebenen Option bei Stillstand des Marktes ebenfalls Geld verdient werden. Mit einer regulären Devisenposition wäre dies – außer bei großen Zinsunterschieden der gehandelten Währungen – nicht möglich. Mit Devisenoptionen kann aber ebenfalls bei Währungspaaren ohne Zinsunterschied (wie derzeit etwa USDCHF) bei einer Seitwärtsbewegung Geld verdient werden.
In der nächsten Devisenstrategie soll gezeigt werden, wie man auf den Ausbruch aus einer Range spekulieren kann, ohne sich jedoch dabei auf die Richtung des Ausbruchs festzulegen.
Long Strangle
Kauf eines Call und eines Put, aus dem Geld und mit gleicher Laufzeit
Abbildung 8 zeigt den Payout-Graphen einer sogenannten „Strangle-Strangle-Strategie“. Der Kauf eines Call mit höherem Strike und der gleichzeitige Kauf eines Put mit tieferem Strike führt zu der in der Abbildung dargestellten Auszahlung am Verfallstag.
Abbildung 8
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In diesem Fall wurde der Strangle gekauft, es wird also auf einen Ausbruch aus einer Range spekuliert. Ein Stillstand im Markt führt zu einem (kalkulierbaren!) Verlust. Auf einen Ausbruch könnte man natürlich auch mit Hilfe von Orders im regulären Devisenhandel spekulieren. Man kauft also bei einem Ausbruch nach oben oder man verkauft bei einem Ausbruch nach unten. Ein Ausbruch ist aber normalerweise von hoher Volatilität gekennzeichnet und oft kommt es vor, dass der Kurs sich kurzfristig wieder in die Range zurückbewegt, um dann erst wieder über den zuvor gebrochenen Level zu steigen. Während man bei einer normalen Devisenposition Gefahr läuft, bei der starken Volatilität den Stop-Loss-Level zu erreichen, ist dem Optionshändler die starke Volatilität nicht nur gleichgültig, nein, die Volatilität ist sogar wünschenswert.
Das Spiegelbild zu dieser Strategie ist der Verkauf des Strangle, also das Schreiben der Call- und der Put-Option. Volatilität wäre hier selbstverständlich nicht erwünscht, man hofft, der Kurs bewegt sich so wenig wie möglich und bleibt in der Range, damit beide Optionen am Ende wertlos auslaufen.
Das Spektrum der möglichen Optionsstrategien ist enorm, so dass Dutzende Bücher darüber geschrieben wurden. Abschließend soll aber noch auf eine Strategie eingegangen werden, welche sich im extrem volatilen Markt 2008/2009 oft bewährt hat.
Long Put-Spread
Kauf eines Put und gleichzeitiger Verkauf eines Put mit gleicher Laufzeit aber niedrigerem Ausübungskurs.
Im November 2008 wurden realisierte 1-Monats-Volatilitäten von knapp 70 % in AUDUSD gesehen, derzeit pendeln wir in diesem Währungspaar bei etwa 10 %. Obwohl viele Händler in diesem Markt auf die richtige Richtung setzten, kamen sie oft mit der enor men Volatilität nicht zurecht, was am Ende zu Verlusten führte. Der Kauf von Put-Optionen wäre eine Möglichkeit gewesen, von fallenden Kursen in AUDUSD zu profi tieren und dabei das Volatilitätsrisiko auszugrenzen. Optionen waren zu diesem Zeitpunkt jedoch relativ teuer, Optionshändler rechneten weiterhin mit hoher Volatilität, was die zu zahlenden Prämien deutlich erhöhte. Eine Möglichkeit, mit Hilfe von Optionen auf einen fallenden Kurs zu setzen und gleichzeitig die zu zahlende Prämie möglichst niedrig zu halten, ist der Kauf eines sogenannten „Put-Spread“. Dabei wird eine Put-Option gekauft und gleichzeitig eine zweite Put-Option mit niedrigerem Strike als die gekaufte Option verkauft, die Laufzeit beider Optionen ist dieselbe. Der Payout-Graph ist in Abbildung 9 dargestellt.
Abbildung 9
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Wie man sieht, ist für einen Gewinn eine Bewegung des Marktes nach unten nötig. Bewegt sich der Markt nicht, ist das Risiko jedoch überschaubar. Man verliert nicht mehr als die gezahlte Nettoprämie und diese Prämie ist geringer, als hätte man nur den Put gekauft. Ab dem Ausübungskurs des verkauften Put ist der Gewinn jedoch beschränkt, damit ist der maximale Gewinn aus dem Trade auch bestimmbar.
Das Spiegelbild dazu ist der gekaufte „Call-Spread“, also der Kauf eines Call und gleichzeitige Verkauf eines Call mit höherem Ausübungskurs, aber gleicher Laufzeit.
Spot versus Option
Reine Devisen-Spot-Strategien sind prinzipiell eindimensional, man geht entweder eine Long- oder eine Short-Position ein und spekuliert damit auf eine Richtung. Durch die zusätzliche Zeit- und Volatilitätskomponente von Optionen können Optionsstrategien jedoch dreidimensional werden. Durch das bessere Risikomanagement, welches Optionen erlauben, können viele Optionsstrategien ohne Stop-Loss eingegangen werden. Hedger können noch flexibler ihr Risiko absichern und Spekulanten können ihre sehr spezifische Marktmeinung noch genauer umsetzen. Nicht zu vergessen ist, dass bei Optionen auch mit einem Hebel gearbeitet wird, denn die Optionsprämie beträgt ja nur einen Bruchteil der eingegangen Positionsgröße. Der reguläre Devisenhandel findet aber heutzutage auch als Marginhandel statt. Händler können deutlich größere Positionen als das von ihnen eingesetzte Kapital eingehen, ein Hebel von 100 ist bereits üblich. Das oft gehörte Argument, Devisenoptionen seien deutlich riskanter als der reguläre Devisenhandel und ein „Zocker-Produkt“, können wir deshalb nicht ganz vertreten. Optionsstrategien mit limitiertem Risiko, wie beispielsweise der Kauf von Call- oder Put-Optionen, können sich für den Neuling im Devisenmarkt sogar eher eignen, als Spot-Positionen mit unlimitiertem Risiko...
Dieser Artikel ist erschienen im Derivate Magazin. | Ausgabe 2 | 2010
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Derivate Magazin
