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25.01.2013 12:59

Deutschland

Dax: Unter den 'Blinden' ist das 'einäugige' Deutschland König!

In den ersten Handelstagen des neuen Jahres setzte der DAX seine Rallye seit Mitte 2012 unvermindert fort. Zuletzt ging der Markt aber in eine Seitwärtsbewegung über und viele Anleger dürften sich daher fragen, ob das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist oder ob der deutsche Auswahlindex in absehbarer Zeit die Marke von 8.000 Punkten überspringen kann.

Äußerst positiv in diesem Zusammenhang dürften die Prognosen deutscher Finanzexperten zu werten sein: Denn die Erwartungen der Analysten bezüglich der Konjunktur Deutschlands kletterten auf einen Höchststand seit Mai im Jahr 2010, was auf einen Konjunkturerholung hindeutet. So wurden die Prognosen des ZEW-Instituts deutlich übertroffen: Rechneten die Volkswirte im Vorfeld mit einem Anstieg um 12.0 Punkten, so stieg der ZEW-Indikator im Januar diesen Jahres tatsächlich um 24.6 Zähler auf gegenwärtig 31,5 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich lediglich leicht um 1,4 Punkte und erreicht nun einen Wert von 7,1 Zählern. Und die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten erklärten, dass sich konjunkturellen Perspektiven für Deutschland auf Sicht der kommenden sechs Monate verbesserte haben.

Und dies ist auch dringend nötig, denn die deutsche Wirtschaftsleistung musste im vierten Quartal 2012 einen Rückgang von 0,5 Prozent hinnehmen. Zwar stieg das Brutto-Inlands-Produkt im Gesamtjahr um 0,7 Prozent. Bedenkt man allerdings, dass die deutsche Wirtschaft noch ein Jahr zuvor einen Zuwachs von 3,0 Prozent verzeichnete, ist dieser Wert als schon fast als erschreckend gering anzusehen. Im europäischen Vergleich jedoch steht das Land der Dichter und Denker dennoch besser da. So zeigen sich die Ökonomen für das laufende Jahr verhalten optimistisch: Die Erwartungen der Experten bewegen sich für 2013 in einer Spanne von 0,3 bis 1,0 Prozent. Das Wirtschafts-Ministerium rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum des Brutto-Inlands-Produktes von 0,4 Prozent und für 2014 mit einem Plus in Höhe von 1,6 Prozent.

Ein Grund dürften die sehr guten Export-Zahlen Deutschlands sein: Vor allem die Schwellländer sowie auch die USA sind maßgeblich für die guten Werte verantwortlich. Unter anderem nach China verkaufen deutsche Autobauer mittlerweile mehr Oberklasse-Fahrzeuge als in der Heimat. Für 2013 wird sogar ein Absatz in diesem Segment von einer Millionen Fahrzeuge im Oberklasse-Bereich angestrebt.

Und Deutschland scheint auch die Staats-Schulden-Krise tatsächlich in den Griff zu bekommen: Immerhin erzielte der deutsche Staat erstmals seit fünf Jahren einen Haushalts-Überschuss. Zwar bewegt sich dieser bei gerade einmal 0,1 Prozent, wenn man allerdings bedenkt, dass Deutschland im vergangenen Jahr noch ein Defizit von 1,8 Prozent auswies, ist dieser Wert bemerkenswert. Ein Grund für diese doch sehr positive Entwicklung ist vor allem die gute Beschäftigungs-Lage als auch die steigenden Löhne.

So kann festgehalten werden, dass unter Berücksichtigung der Wachstums-Perspektiven deutsche Aktien recht günstig bewertet. Daher besteht aus fundamentaler Sicht durchaus Aufwärts-Potential.





Aus charttechnischer Sicht stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Der Aufwärtstrend des deutschen Premium-Börsenbarometers ist seit Sommer vergangenen Jahres nach wie vor intakt. Und der DAX konnte auch seine 200- sowie 38-Tage-Linie hinter sich lassen. Sowohl der MACD als auch der RSI generieren Kaufsignale. Gleiches gilt für das Momentum. Einzig die etwas schneller reagierende Stochastik deutet auf fallende Kurse hin, so dass vorübergehende Rücksetzer nicht gänzlich auszuschließen sind. Alles in allem dürfen Anleger in den kommenden Wochen und Monaten aber tendenziell eher mit steigenden Kursen rechnen.

Im Zuge der Veröffentlichung der Quartals-Zahlen für das Schluss-Vierteljahr 2012, welche bisher recht positiv ausfielen, können Anleger davon ausgehen, dass die 8.000er Marke durchaus getestet werden kann, vor allem da die Ausblicke der Unternehmen mehrheitlich erfreulich waren. Daher sind Long-Engagements bis etwa Mai dieses Jahres auf jeden Fall vertretbar.


Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 24.Januar 2013