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25.06.2010 16:21

Hedgefonds

Automatische Handelssysteme im Einsatz bei Hedgefonds

Der Einsatz von computergesteuerten Systemen nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Gerade bei professionell gemanagten Portfolios oder Hedgefonds ist der Computereinsatz, sei es zur Realtime-Bewertung von Risikokennziffern, zur Bewertung von Optionen, zur Überwachung einzelner Märkte, zur Auswertung von News oder zum vollautomatischen Handeln nicht mehr wegzudenken.

Je nach Typ des Hedgefonds variiert die Beanspruchung von IT und Software. Bei Global-Macro-Fonds zum Beispiel eher weniger als bei der gesamten Asset-Klasse der Managed Futures, die in der Regel automatische Signale aus entwickelten Systemen an den jeweiligen Märkten platzieren. Von extremer Wichtigkeit sind IT und Software bei der Gruppe der Arbitrage-Fonds. Diese Gattung der Hedgefonds nutzt vornehmlich kurzfristige Preisineffizienzen, um Profite zu erwirtschaften.



Da Vinci Arbitrage Fonds

Einer der erfolgreichsten Fonds in diesem Segment ist der Da Vinci Arbitrage Fonds, der in den vergangenen 5 Jahren eine Performance von über 20,0 % p. a. bei einer sehr niedrigen Volatilität vorweisen kann und sogar im Krisenjahr 2008 einen Zuwachs von 4,10 % erzielen konnte.

Ein Schwerpunkt der Da Vinci-Strategie ist der Handel mit Optionen in hochliquiden Märkten, wie z. B. dem DJ Euro Stoxx 50, dem Bund-Future oder im Öl. Beispielsweise werden Put-Optionen aus dem Geld mit 2-monatiger Laufzeit verkauft, wenn ein überdurchschnittlicher Anstieg der Prämie stattgefunden hat und gleichzeitig eine Gegenposition in einer anderen Optionsserie aufgebaut wurde. Zum Beispiel im Kauf von Put-Optionen am Geld mit einer Laufzeit von 6 Monaten, wenn in dieser Optionsserie die Prämien vergleichsweise günstig geblieben sind. Die Deltaposition bleibt meistens neutral oder weicht nur geringfügig ab, was zur Folge hat, dass sich die Gesamtposition mehr oder weniger unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes verändert. Vielmehr wird darauf spekuliert, dass sich nach unserem Beispiel die Prämien für 2-monatige Optionen aus dem Geld verringern, oder die Prämien für 6-monatige Optionen erhöhen. Es wird sozusagen eine Arbitrage der einzelnen Volatilitäten durchgeführt.



Optionsarbitrage und Einsatz von Software

Um diese Art von Arbitrage durchführen zu können, sind extreme Anforderungen an die IT-Infrastruktur und die Software gefordert. Zum einen muss das Optionsportfolio realtime überwacht und berechnet werden, zum anderen muss das Portfolio realtime angepasst werden. Zudem müssen alle entsprechenden Optionsserien realtime mit komplexen Berechnungsmodellen ständig gepreist werden. Zu guter Letzt müssen dann natürlich auch entsprechende Orders in Millisekunden am Markt platziert und exekutiert werden.



Delta-neutrale Position bei schnellen Kursbewegungen


Die Problematik an der Optionsarbitrage liegt daran, dass sich bei sehr schnellen Marktbewegungen das Delta in Sekundenschnelle erheblich verändern kann und die Prämisse der Strategie ja ist, möglichst in etwa eine Delta-neutrale Gesamtposition zu halten.

Nehmen wir wieder das Beispiel mit den geschriebenen Puts mit 2-monatiger Laufzeit aus dem Geld und den gekauften Puts mit 6-monatiger Laufzeit am Geld. Sind nun z. B. 100 Kontrakte Puts mit 2-monatiger Laufzeit aus dem Geld geschrieben und 30 Kontrakte Puts am Geld gekauft, steigt der Wert der 100 geschriebenen Kontrakte im Falle eines extrem starken Downmoves von z. B. 100 Punkten im Dax innerhalb von 5 Minuten deutlich schneller als der Wert der 30 gekauften Puts am Geld. Dazu kommt der Umstand, dass bei schnellen Abwärtsbewegungen die implizite Volatilität nicht unerheblich anspringt und somit den Wertanstieg der geschrieben Puts aus dem Geld nochmals deutlich verstärkt.
Um eine Schieflage der Gesamtposition zu verhindern, muss unverzüglich „gegengesteuert“ werden und entweder geschriebene 2-monatige Puts geschlossen oder weitere Puts zugekauft werden (entweder die 6-monatigen am Geld oder auch andere, je nach momentaner impliziter Volatilität der vorhandenen Serien).



Multi-Manager-Ansatz beim Da Vinci Arbitrage Fonds


Der Da Vinci Fonds wird von mehreren Managern bzw. Programmen betreut. Je nach Erfolg wird monatlich eine Anpassung der Allokation vorgenommen. Die Kernstrategie wird nach wie vor von einzelnen Portfoliomanagern betreut. Erst die Überwachung und Optimierung der ausgewählten Strategie erfolgt dann teilweise vollautomatisch. In den letzten Monaten wurde zudem die Allokation in die vollautomatischen Handelssysteme deutlich erhöht. Die neuen vollautomatischen Strategien weisen zudem eine geringe Korrelation zur bestehenden Handelsstrategien auf und ermöglichen konstante Erträge durch eine Skalierbarkeit der einzelnen Strategien über einzelne Märkte und Produkte. Im Einzelnen gliedern sich die neuen Algo-Trading-Programme in 3 Gruppen:

•    Auto-Eye-Optionspreis-Arbitrage bei Marktungleichgewichten
•    Orderbuch-Strategien: Analyse der Orderbuchstruktur
•    News-Trading: schnelle Reaktion bei der Publikation von Wirtschaftszahlen

Die Allokation in die Systeme erfolgt nach einem internen Sortino Ratio jeden Monatsanfang neu. Das Risikomanagement ist auch komplett automatisiert.

Mit der selbst entwickelten Handelssoftware hat Da Vinci Invest für die Entwicklung komplexer automatisierter Handelsstrategien eine nicht nur innovative, sondern auch eine zuverlässige Lösung gefunden. Die im Algo-Trading unersetzlichen Kriterien werden hier intelligent gebündelt: Die hochtechnologische Serverstruktur garantiert eine schnelle Anbindung an die wichtigsten Börsen der Welt und entscheidet im Algorithmic Trading zwischen Gewinn und Verlust.

Der Da Vinci Arbitrage Fonds ist sicherlich für alle, die am Thema Automatischer Handel interessiert sind, eine interessante Investitionsmöglichkeit oder für diejenigen, die selbst Handelssysteme entwickeln wollen, ein möglicher Ideengeber. Sicherlich wird die Performance des Fonds nicht an mögliche Renditen von einzelnen Systemen anknüpfen können, die mit vergleichbar geringem Kapital agieren, aber dementsprechend ist das Risiko auch im Vergleich zu den meistens erhältlichen Expert Advisors gering. Eine Rendite von 20,0 % p. a. in den letzten 5 Jahren kann sich aber auf jeden Fall sehen lassen.




Interview mit Hendrik Klein
Gründer und CEO der Da Vinci Invest AG, die den Da Vinci Arbitrage Fonds verwaltet.



Derivate Magazin:
Sehr geehrter Herr Klein, der Da Vinci Abitrage Fonds hat ein Multi-Manager-Konzept – wie viele unterschiedliche Manager handeln für den Fonds? Was ist der Zweck – die Gelder aufzuteilen?

Hendrik Klein:
5 Portfolio Manager (Systeme) investieren die Fondsgelder und die interne Allokation wird monatlich nach einer Art Bundesliga angepasst. Der Tabellenführer bekommt höhere Allokation und der Letzte steigt ab.

DM:
Wie ist die derzeitige Allokation der Programme/Manager?

Klein:
Das Algo-System verwaltet 14 %. In Rentenoptionen werden 50 % allokiert, aufgeteilt auf 2 Manager. 22 % stecken in Aktienindizes und der Rest ist auf Rohstoffe, weltweite Einzelaktien und Unternehmensanleihen verteilt.

DM:
Welches Risikomanagement haben Sie?

Klein:
Die Risikolimite sind 3 % Stop-Loss zum Monatsbeginn, maximal 10 % „margin to equity“ und nicht mehr als 33 % in einem System.

DM:
Die Kernstrategie ist die Ausnutzung von Ineffizienzen in den Optionsmärkten, inwieweit ist für diesen Bereich der jeweilige Händler wichtig und inwieweit wird vollautomatisch gehandelt?

Klein:
Das Algo (vollautomatisches System) wird immer wichtiger. Allerdings können Portfolio-Manager immer noch Geld verdienen an den Märkten.

DM:
Welchen Entwicklungsaufwand und welche Investitionen hat Da Vinci gehabt, um die entsprechende Software zu entwickeln? Wie hoch ist der laufende Entwicklungsaufwand? 

Klein:
Wir haben über die Jahre sicher 1,5 Mio. Euro investiert. Die laufenden Kosten belaufen sich auf 250 000 Euro im Jahr.

DM:
Welche Hardware-Voraussetzungen werden benötigt, um alle Programme laufen zu lassen? Was ist, wenn ein wichtiger Rechner ausfällt oder die Leitung zum Broker/der Börse unterbrochen ist?

Klein:
Alles ist doppelt abgesichert. Die Server überprüfen auch ständig, ob eine Verbindung steht. Ansonsten werden die Orders gelöscht. Im schlimmsten Fall muss man zum Telefonhörer greifen.

DM:
Handeln Sie über einen Broker oder direkt an der Börse?

Klein:
Beides.

DM:
Sie wollen nun den Bereich Algorithmic Trading ausbauen. Welche Entwicklungen haben Sie in der Pipeline? Was ist der Unterschied zwischen Algo-Trading und automatischen Handelssystemen?

Klein:
Wir verbinden neue Märkte und neue Produkte, um auch Cross Market Arbitrage zu ermöglichen. Algo-Trading setzt mehr auf Arbitrage und Handelssysteme eher auf technische Indikatoren, Chartmuster usw. Beide sind aber automatisiert. Es gibt also keine großen Unterschiede.

DM:
Auf welcher Grundlage entscheiden Sie über die Allokation der einzelnen Systeme/bzw. Gewichtung im Fonds?

Klein:
Nach dem Bundesligasystem (siehe oben). Dabei kommt eine Art internes Sortino Ratio zum Einsatz.

DM:
Was hat es mit dem Da Vinci Invest Code auf sich?

Klein:
Der Da Vinci Invest Code symbolisiert unser systematisches Investieren mit Algo-Strategien, die unabhängig von der Gesamtmarktlage funktionieren.

DM:
Welchen Vorteil hat ein Investment in den Da Vinci Arbitrage Fonds gegenüber der Nutzung eines Expert Advisors?

Klein:
In den Da Vinci Arbitrage Fonds kann man schon ab 1000 € investieren. Ein Expert Advisor lohnt sich vielleicht ab 1 Mio. Euro Kontogröße, um genügend zu diversifizieren. Weiterhin hat ein Privatanleger auch mit Expert Advisor nicht die Möglichkeit, unsere Gebühren, Infrastruktur, Marktzugänge und Kapazitäten zu nutzen.

Sehr geehrter Herr Klein, wir danken Ihnen für das Gespräch!



Dieser Artikel ist erschienen im Derivate Magazin. | Ausgabe 2 | 2010
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schnellsparen.de