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29.07.2010 17:58

Sensex

Indien: SENSEX - ein 'Fels in der Brandung'

Der indische Auswahl-Aktienindex SENSEX hat die jüngsten Korrekturen an den Welt-Börsen bemerkenswert gut weggesteckt und notiert aktuell nur marginal unter seinen Jahreshochs.

Von daher kann man den SENSEX fast schon als einen „Fels in der Brandung“ bezeichnen. Aber lohnt auf dem jetzigen Kurs-Niveau noch ein Neu-Einstieg?

Auch in Indien scheint der konjunkturelle Aufschwung etwas an „Fahrt“ zu verlieren. So lag die indische Industrie-Produktion im Mai mit plus 11,5 Prozent erkennbar unter den Erwartungen der Analysten, die von einem Zuwachs um 16,2 Prozent ausgegangen waren. Dass diese Nachricht nicht allzu negativ aufgenommen wurde, liegt daran, dass ungeachtet dieser Daten die volkswirtschaftlichen Wachstums-Schätzungen für 2010 unverändert bei 7,9 Prozent belassen wurden. Im nächsten Jahr sollen es sogar 8,1 Prozent werden. Damit gehört Indien nach wie vor zu den wachstumsstärksten Regionen Asiens. Vor diesem Hintergrund relativiert sich freilich auch die keinesfalls übermäßig günstige Bewertung der im SENSEX enthaltenen Aktien. Im Durchschnitt weisen diese ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 15 und ein Kurs/Buchwert-Verhältnis von stattlichen 3,2 auf. Angesichts dieser Zahlen würde es uns wundern, wenn der indische Markt zu den momentanen Lieblingen der „Value-Investor-Legende“  Warren Buffet zählen würde. Von einer eklatanten Überbewertung kann hingegen vor dem Hintergrund der Wachstums-Dynamik ebenfalls keine Rede sein. Sollten sich die von der Regierung angekündigten Reformen tatsächlich durchsetzen lassen, können wir uns sogar vorstellen, dass das Wachstum in den kommenden Jahren eher in Richtung eines zweistelligen Prozent-Bereichs strebt als signifikant nachzulassen. Unter fundamentalen Aspekten erscheint ein Long-Einstieg in den SENSEX damit zumindest vertretbar.

Etwas weniger zuversichtlich stimmt demgegenüber der Blick auf die charttechnische Ausgangslage: Der steile Aufwärtstrend seit Frühjahr 2009 gehört bereits seit Herbst des letzten Jahres der Vergangenheit an. Stattdessen ist der Markt in eine Seitwärtsbewegung zwischen etwa 16.000 und 18.000 Punkten übergegangen. Erschwerend kommt hinzu, dass der SENSEX seither bereits viermal an dem „zähen“ Widerstand bei 18.000 Punkten gescheitert ist. Diese Marke sollten technisch orientierte Anleger unbedingt im Auge behalten. Ein Ausbruch käme einem prozyklischen Kaufsignal gleich und die Chancen, dass es dazu kommt stehen gar nicht so schlecht, zumal wichtige Indikatoren wie der MACD und das Momentum auf „kaufen“ stehen. Auf der anderen Seite ist jedoch auch ein nochmaliger Test des Supports bei 16.000 Punkten während der „Sommerflaute“ nicht auszuschließen. Auf diesem Niveau wäre der SENSEX dann alles andere als uninteressant.

So lange der indische Auswahl-Index in seiner Trading-Range gefangen bleibt, dürfte „abwarten und Tee trinken“ nicht die schlechteste Alternative sein. Oberhalb von 18.000 Punkten können gehebelte Long-Positionen in Betracht gezogen werden. Sollte die Unterstützung bei 17.500 Punkten fallen, sind kurzfristige Short-Positionen eine Überlegenswerte Alternative mit Kursziel zwischen 16.000 und 17.000 Punkten eine Option.

Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 27.Juli 2010
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