29.07.2010 18:17
DAX
DAX lässt sich nicht unterkriegen
Vor diesem Hintergrund ist es sehr erfreulich, dass sich der deutsche Auswahlindex immer wieder gefangen hat und den „Bären“ scheinbar nicht so ohne weiteres das Terrain überlassen will.
Eine überaus erfreuliche Überraschung hatte am Freitag das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung parat: Der von den Experten berechnete Geschäftsklimaindex stieg im Juli von 101,8 auf stattliche 106,2 Punkte. Im Vorfeld war mit einem leichten Rückgang auf 101,5 Punkte gerechnet worden. Der genannte Anstieg stellt das stärkste Plus seit der Wiedervereinigung dar und belegt damit eindrucksvoll, dass die rund 7.000 befragten Unternehmen ihre künftigen Geschäftsaussichten außergewöhnlich positiv bewerten und die Wirtschaft hierzulande bemerkenswert rund läuft. Gestützt wird diese Annahme zudem durch die unlängst kommunizierten Einkaufsmanager-Indizes aus dem „Land der Dichter und Denker“, die ebenfalls klar über den Prognosen lagen. Positive konjunkturelle Signale kamen darüber hinaus auch aus der gesamten Euro-Zone. Allerdings wollen wir auch nicht verschweigen, dass es erste zarte Anzeichen für eine Abschwächung des Aufschwungs gibt. Zwar verzeichnen nahezu alle deutschen Groß-Unternehmen aus dem Industrie-Bereich unverändert Zuwächse bei den Auftragseingängen. Jedoch schwächten sich die Bestellungen insbesondere aus den Ländern außerhalb der Euro-Zone aktuell leicht ab. Dies betrifft im gesteigerten Maß China und die USA, wo die Anzeichen für eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums immer offensichtlicher werden. Dennoch hält der Bankenverband an seiner Wachstumsprognose für Deutschland in Höhe von zwei Prozent für das laufende Jahr fest. Für 2011 prophezeien die „Auguren“ aber nur noch eine Zunahme des Brutto-Inlandsprodukts von 1,5 Prozent. Ob es dazu kommt, wird sich zeigen. Wir können uns durchaus vorstellen, dass das Plus auch im nächsten Jahr eher im Bereich um zwei als bei 1,5 Prozent liegt. Und selbst wenn es zu einer moderaten „Abkühlung“ kommen sollte, eröffnen die nach wie vor günstigen Bewertungen vieler DAX-Titel ein weiteres – zumindest mäßiges – Aufwärtspotenzial. Tendenziell dürfte es beim DAX also eher nach oben als nach unten gehen, wobei wir mit einer wirklichen „Rallye“ erst ab Herbst rechnen.

Auch charttechnisch sieht es beim DAX alles andere als schlecht aus. Mittlerweile hat der Premium-Aktienindex nach einem zeitweiligen Unterschreiten seinen primären Aufwärtstrend seit Frühjahr 2009 wieder aufgenommen. Ebenso intakt ist der sekundäre Up-Move der zurückliegenden zwölf Monate. Wirkliche Dynamik nach oben wird aller Voraussicht nach jedoch erst einsetzen, wenn der zentrale Widerstand bei 6.200 Punkten nachhaltig nach oben durchbrochen wird. Dass dies bereits in den nächsten Tagen gelingt, ist zumindest fraglich, da der Index an der Marke bereits mehrfach nach unten abgeprallt ist. Auf der Unterseite erfährt der DAX im Bereich um 5.800 Punkte eine grundsolide Unterstützung, die nach unserem Dafürhalten nicht unterschritten werden wird. Schafft der DAX das Überwinden der „magischen“ 6200-Punkte-Marke sind aus technischer Sicht schnell 6.500 oder sogar 7.000 Punkte drin. Bis Jahresende sehen wir eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario Realität wird.
Zur Stunde empfehlen wir, aggressive Long-Investments im DAX noch zurückzustellen, bis der Markt die 6.200 Punkte „geknackt“ hat. Dann jedoch drängen sich (gehebelte) Engagements auf der „langen Seite“ fast schon auf. Sollte es abermals zu Rücksetzern kommen, können Anleger auf „Schnäppchenjagd“ gehen. Vorsicht für die „Bullen“ wäre erst unterhalb von 5.800 Punkten geboten, wovon wir derzeit allerdings recht weit entfernt sind.
Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 27.Juli 2010
Eine überaus erfreuliche Überraschung hatte am Freitag das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung parat: Der von den Experten berechnete Geschäftsklimaindex stieg im Juli von 101,8 auf stattliche 106,2 Punkte. Im Vorfeld war mit einem leichten Rückgang auf 101,5 Punkte gerechnet worden. Der genannte Anstieg stellt das stärkste Plus seit der Wiedervereinigung dar und belegt damit eindrucksvoll, dass die rund 7.000 befragten Unternehmen ihre künftigen Geschäftsaussichten außergewöhnlich positiv bewerten und die Wirtschaft hierzulande bemerkenswert rund läuft. Gestützt wird diese Annahme zudem durch die unlängst kommunizierten Einkaufsmanager-Indizes aus dem „Land der Dichter und Denker“, die ebenfalls klar über den Prognosen lagen. Positive konjunkturelle Signale kamen darüber hinaus auch aus der gesamten Euro-Zone. Allerdings wollen wir auch nicht verschweigen, dass es erste zarte Anzeichen für eine Abschwächung des Aufschwungs gibt. Zwar verzeichnen nahezu alle deutschen Groß-Unternehmen aus dem Industrie-Bereich unverändert Zuwächse bei den Auftragseingängen. Jedoch schwächten sich die Bestellungen insbesondere aus den Ländern außerhalb der Euro-Zone aktuell leicht ab. Dies betrifft im gesteigerten Maß China und die USA, wo die Anzeichen für eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums immer offensichtlicher werden. Dennoch hält der Bankenverband an seiner Wachstumsprognose für Deutschland in Höhe von zwei Prozent für das laufende Jahr fest. Für 2011 prophezeien die „Auguren“ aber nur noch eine Zunahme des Brutto-Inlandsprodukts von 1,5 Prozent. Ob es dazu kommt, wird sich zeigen. Wir können uns durchaus vorstellen, dass das Plus auch im nächsten Jahr eher im Bereich um zwei als bei 1,5 Prozent liegt. Und selbst wenn es zu einer moderaten „Abkühlung“ kommen sollte, eröffnen die nach wie vor günstigen Bewertungen vieler DAX-Titel ein weiteres – zumindest mäßiges – Aufwärtspotenzial. Tendenziell dürfte es beim DAX also eher nach oben als nach unten gehen, wobei wir mit einer wirklichen „Rallye“ erst ab Herbst rechnen.

Auch charttechnisch sieht es beim DAX alles andere als schlecht aus. Mittlerweile hat der Premium-Aktienindex nach einem zeitweiligen Unterschreiten seinen primären Aufwärtstrend seit Frühjahr 2009 wieder aufgenommen. Ebenso intakt ist der sekundäre Up-Move der zurückliegenden zwölf Monate. Wirkliche Dynamik nach oben wird aller Voraussicht nach jedoch erst einsetzen, wenn der zentrale Widerstand bei 6.200 Punkten nachhaltig nach oben durchbrochen wird. Dass dies bereits in den nächsten Tagen gelingt, ist zumindest fraglich, da der Index an der Marke bereits mehrfach nach unten abgeprallt ist. Auf der Unterseite erfährt der DAX im Bereich um 5.800 Punkte eine grundsolide Unterstützung, die nach unserem Dafürhalten nicht unterschritten werden wird. Schafft der DAX das Überwinden der „magischen“ 6200-Punkte-Marke sind aus technischer Sicht schnell 6.500 oder sogar 7.000 Punkte drin. Bis Jahresende sehen wir eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario Realität wird.
Zur Stunde empfehlen wir, aggressive Long-Investments im DAX noch zurückzustellen, bis der Markt die 6.200 Punkte „geknackt“ hat. Dann jedoch drängen sich (gehebelte) Engagements auf der „langen Seite“ fast schon auf. Sollte es abermals zu Rücksetzern kommen, können Anleger auf „Schnäppchenjagd“ gehen. Vorsicht für die „Bullen“ wäre erst unterhalb von 5.800 Punkten geboten, wovon wir derzeit allerdings recht weit entfernt sind.
Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 27.Juli 2010
