29.07.2010 18:21
Novartis
Novartis: Long-Einstieg nach 'gesunder' Korrektur!
In den zurückliegenden zehn Jahren bewegte sich der Kurs in einer vergleichsweise engen Range zwischen rund 30 und gut 45 Euro. Auch wenn das Aufwärtspotenzial daher begrenzt erscheinen mag, könnte sich nach den jüngsten Rücksetzern ein Long-Einstieg mittelfristig in „barer Münze“ auszahlen.
Starke Quartalszahlen
Immerhin waren die unlängst für das zweite Quartal veröffentlichten Zahlen über jeden Zweifel erhaben. Der Umsatz legte in den zweiten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um ansehnliche elf Prozent auf 11,7 Milliarden US-Dollar zu. Damit wächst Novartis mehr als doppelt so stark wie die Gesamt-Branche (plus fünf Prozent). Noch besser sah es in Sachen Gewinn aus: Das operative Ergebnis steig im zweiten Quartal um etwa 25 Prozent auf annährend drei Milliarden US-Dollar. Hintergrund sind die über den Erwartungen gelegenen Gewinnmargen, die ihre Ursachen vornehmlich in neuen Produkt-Initiativen und Effizienz-Steigerungen haben.
Umsatz-Prognose für Gesamtjahr angehoben
Als Folge der grundsoliden Quartalszahlen hob das Management die Umsatz-Prognose für das Geschäftsjahr 2010 leicht an. Nunmehr erwartet man eine Steigerung im Bereich eines mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatzes. Nicht nur auf uns sondern auch auf viele Analysten wirkt diese Schätzung recht konservativ. Einige Experten trauen den Schweizern zu, die Wachstumsdynamik des zweiten Quartals auch bezogen auf das Gesamtjahr zu erreichen. Ähnliches gilt für den Gewinn. Da sich die Margen weiter verbessern sollten, können sich nicht Wenige ein Ertrags-Plus von 24 Prozent vorstellen. Möglicherweise ist das etwas hoch gegriffen. Aber einen Ergebnis-Anstieg von 20 Prozent erachten auch wir für absolut realistisch.
Besser aufgestellt als viele Konkurrenten
Schließlich ist Novartis deutlich besser aufgestellt als viele Konkurrenten. Während beispielsweise Pfizer, Sanofi-Aventis oder Johnson & Johnson mit Patent-Abläufen bei wichtigen Medikamenten zu kämpfen haben und Glaxo-Smithkline Umsatzeinbußen bei dem umstrittenen „Blockbuster“ Avandia zu verkraften hat, drohen bei Novartis keine derartigen Schwierigkeiten. Zudem verfügt das Unternehmen über eine sehr aussichtsreiche Produkt-Pipeline. Darüber hinaus ist man in den globalen Wachstums-Regionen Russland. Asien und Südamerika überdurchschnittlich gut vertreten. Das dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die (zwangsweise) versprochenen Preis-Nachlässe in den etablierten westlichen Industrie-Nationen überkompensieren. Vorteilhaft sollte sich zudem der Krankenversicherungsschutz in den USA für einkommensschwache Bevölkerungsschichten auswirken. Nichtsdestotrotz werden Pharma-Firmen um Sparmaßnahmen längerfristig kaum umhin kommen. Novartis hat in diesem Punkt sehr viel mehr Potenzial als die meisten Mit-Bewerber, so dass wir ungeachtet der leicht eingetrübten Branchen-Aussichten keine nachhaltigen Zweifel daran haben, dass Novartis seine Schätzungen locker erreichen und möglicherweise sogar übertreffen kann. Denn letztlich sind die Schweizer bekannt für ihre tendenziell konservativen Prognosen.
Sehr günstig bewertet
Ein weiterer Plus-Punkt der Novartis-Aktie ist die historisch günstige fundamentale Bewertung. Auf Basis der 2010er-Gewinn-Schätzungen von durchschnittlich 4,92 Euro je Anteilschein errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von nicht einmal acht. 2011 dürfte dieser Wert auf maximal sieben sinken. Viel billiger gab es die Novartis-Aktie in der Vergangenheit nur äußerst selten. Hinzu kommt eine fast schon fürstliche Dividenden-Rendite von knapp fünf Prozent, die den Kurs selbst in „rauem Börsen-Fahrwasser“ gut nach unten absichern dürfte. Unter Berücksichtigung der alles in allem erstklassigen Branchen-Positionierung und des überdurchschnittlichen Wachstums lässt sich das Papier mit Fug und Recht fast schon als „spottbillig“ bezeichnen und stellt damit unter fundamentalen Gesichtspunkten einen glasklaren Kauf dar.

Long-Engagement auch chattechnisch vertretbar
Charttechnisch stellt sich die Situation zwar nicht ganz so „bullisch“ dar. Dennoch halten wir einen Long-Einstieg auch unter diesem Aspekt zumindest für vertretbar. Zugegeben: Es lässt sich nicht leugnen, dass sich die Novartis-Aktie seit April in einem (noch) intakten Abwärtstrend befindet. Dieser wäre erst bei einem Anstieg der Notierungen über die Marke von 39,30 Euro überwunden, wovon wir zur Stunde noch ein ganzes Stückchen entfernt sind. Für prozyklische Trader gehört Novartis somit ganz sicherlich nicht zur allerersten Wahl, zumal auch viele zentrale Indikatoren wie der MACD, der RSI oder die Stochastik Verkaufsignale generieren. Auf der anderen Seite hat sich im Bereich von 38 Euro eine sehr haltbare Unterstützung herausgebildet. Angesichts der Bewertung ist es nicht sonderlich wahrscheinlich, dass diese Marke nachhaltig nach unten durchbrochen wird. Und falls doch, sollte der Rückgang spätestens beim nächsten Support im Bereich von 36 Euro zu einem Ende kommen. Unser bevorzugtes Szenario ist jedoch das „Ansteuern“ des Widerstandes bei 40 Euro. Gelingt hier ein Ausbruch, ist schnell noch der eine oder andere Euro mehr drin. Auf Sicht von einigen Monaten sehen wir bei der Novartis-Aktie Kurse im Bereich von 42 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von rund zehn Prozent entspricht.
Per Turbo-Long-Zertfikat von Kurs-Steigerungen profitieren
Um an diesem doch überschaubaren Aufwärtspotenzial überdurchschnittlich zu partizipieren, ordern wir für unser spekulatives Musterdepot eine Position Turbo-Long-Zertfifikate der BNP Paribas (WKN BN3SD2). Die Scheine ohne Laufzeit-Begrenzung weisen bei einem Basispreis von 41,73 Schweizer Franken und einem integrierten Stopp-Loss bei 43,82 Schweizer Franken einen Hebel von gut fünf auf. Damit ist das Papier nicht zu aggressiv, um auch mögliche Rücksetzer bis 36 Euro unbeschadet zu überstehen. Gleichzeitig winken ansehnliche Gewinne von 50 Prozent, sofern unsere Einschätzung sich als zutreffend erweist, Wir ordern an der Frankfurter Börse über Scoach ohne Limit 200 Stücke des betreffenden Zertifikats. Den Stopp platzieren wir 4,65 Euro.

Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 27.Juli 2010
Starke Quartalszahlen
Immerhin waren die unlängst für das zweite Quartal veröffentlichten Zahlen über jeden Zweifel erhaben. Der Umsatz legte in den zweiten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um ansehnliche elf Prozent auf 11,7 Milliarden US-Dollar zu. Damit wächst Novartis mehr als doppelt so stark wie die Gesamt-Branche (plus fünf Prozent). Noch besser sah es in Sachen Gewinn aus: Das operative Ergebnis steig im zweiten Quartal um etwa 25 Prozent auf annährend drei Milliarden US-Dollar. Hintergrund sind die über den Erwartungen gelegenen Gewinnmargen, die ihre Ursachen vornehmlich in neuen Produkt-Initiativen und Effizienz-Steigerungen haben.
Umsatz-Prognose für Gesamtjahr angehoben
Als Folge der grundsoliden Quartalszahlen hob das Management die Umsatz-Prognose für das Geschäftsjahr 2010 leicht an. Nunmehr erwartet man eine Steigerung im Bereich eines mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatzes. Nicht nur auf uns sondern auch auf viele Analysten wirkt diese Schätzung recht konservativ. Einige Experten trauen den Schweizern zu, die Wachstumsdynamik des zweiten Quartals auch bezogen auf das Gesamtjahr zu erreichen. Ähnliches gilt für den Gewinn. Da sich die Margen weiter verbessern sollten, können sich nicht Wenige ein Ertrags-Plus von 24 Prozent vorstellen. Möglicherweise ist das etwas hoch gegriffen. Aber einen Ergebnis-Anstieg von 20 Prozent erachten auch wir für absolut realistisch.
Besser aufgestellt als viele Konkurrenten
Schließlich ist Novartis deutlich besser aufgestellt als viele Konkurrenten. Während beispielsweise Pfizer, Sanofi-Aventis oder Johnson & Johnson mit Patent-Abläufen bei wichtigen Medikamenten zu kämpfen haben und Glaxo-Smithkline Umsatzeinbußen bei dem umstrittenen „Blockbuster“ Avandia zu verkraften hat, drohen bei Novartis keine derartigen Schwierigkeiten. Zudem verfügt das Unternehmen über eine sehr aussichtsreiche Produkt-Pipeline. Darüber hinaus ist man in den globalen Wachstums-Regionen Russland. Asien und Südamerika überdurchschnittlich gut vertreten. Das dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die (zwangsweise) versprochenen Preis-Nachlässe in den etablierten westlichen Industrie-Nationen überkompensieren. Vorteilhaft sollte sich zudem der Krankenversicherungsschutz in den USA für einkommensschwache Bevölkerungsschichten auswirken. Nichtsdestotrotz werden Pharma-Firmen um Sparmaßnahmen längerfristig kaum umhin kommen. Novartis hat in diesem Punkt sehr viel mehr Potenzial als die meisten Mit-Bewerber, so dass wir ungeachtet der leicht eingetrübten Branchen-Aussichten keine nachhaltigen Zweifel daran haben, dass Novartis seine Schätzungen locker erreichen und möglicherweise sogar übertreffen kann. Denn letztlich sind die Schweizer bekannt für ihre tendenziell konservativen Prognosen.
Sehr günstig bewertet
Ein weiterer Plus-Punkt der Novartis-Aktie ist die historisch günstige fundamentale Bewertung. Auf Basis der 2010er-Gewinn-Schätzungen von durchschnittlich 4,92 Euro je Anteilschein errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von nicht einmal acht. 2011 dürfte dieser Wert auf maximal sieben sinken. Viel billiger gab es die Novartis-Aktie in der Vergangenheit nur äußerst selten. Hinzu kommt eine fast schon fürstliche Dividenden-Rendite von knapp fünf Prozent, die den Kurs selbst in „rauem Börsen-Fahrwasser“ gut nach unten absichern dürfte. Unter Berücksichtigung der alles in allem erstklassigen Branchen-Positionierung und des überdurchschnittlichen Wachstums lässt sich das Papier mit Fug und Recht fast schon als „spottbillig“ bezeichnen und stellt damit unter fundamentalen Gesichtspunkten einen glasklaren Kauf dar.

Long-Engagement auch chattechnisch vertretbar
Charttechnisch stellt sich die Situation zwar nicht ganz so „bullisch“ dar. Dennoch halten wir einen Long-Einstieg auch unter diesem Aspekt zumindest für vertretbar. Zugegeben: Es lässt sich nicht leugnen, dass sich die Novartis-Aktie seit April in einem (noch) intakten Abwärtstrend befindet. Dieser wäre erst bei einem Anstieg der Notierungen über die Marke von 39,30 Euro überwunden, wovon wir zur Stunde noch ein ganzes Stückchen entfernt sind. Für prozyklische Trader gehört Novartis somit ganz sicherlich nicht zur allerersten Wahl, zumal auch viele zentrale Indikatoren wie der MACD, der RSI oder die Stochastik Verkaufsignale generieren. Auf der anderen Seite hat sich im Bereich von 38 Euro eine sehr haltbare Unterstützung herausgebildet. Angesichts der Bewertung ist es nicht sonderlich wahrscheinlich, dass diese Marke nachhaltig nach unten durchbrochen wird. Und falls doch, sollte der Rückgang spätestens beim nächsten Support im Bereich von 36 Euro zu einem Ende kommen. Unser bevorzugtes Szenario ist jedoch das „Ansteuern“ des Widerstandes bei 40 Euro. Gelingt hier ein Ausbruch, ist schnell noch der eine oder andere Euro mehr drin. Auf Sicht von einigen Monaten sehen wir bei der Novartis-Aktie Kurse im Bereich von 42 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von rund zehn Prozent entspricht.
Per Turbo-Long-Zertfikat von Kurs-Steigerungen profitieren
Um an diesem doch überschaubaren Aufwärtspotenzial überdurchschnittlich zu partizipieren, ordern wir für unser spekulatives Musterdepot eine Position Turbo-Long-Zertfifikate der BNP Paribas (WKN BN3SD2). Die Scheine ohne Laufzeit-Begrenzung weisen bei einem Basispreis von 41,73 Schweizer Franken und einem integrierten Stopp-Loss bei 43,82 Schweizer Franken einen Hebel von gut fünf auf. Damit ist das Papier nicht zu aggressiv, um auch mögliche Rücksetzer bis 36 Euro unbeschadet zu überstehen. Gleichzeitig winken ansehnliche Gewinne von 50 Prozent, sofern unsere Einschätzung sich als zutreffend erweist, Wir ordern an der Frankfurter Börse über Scoach ohne Limit 200 Stücke des betreffenden Zertifikats. Den Stopp platzieren wir 4,65 Euro.

Dieser Artikel ist erschienen im Derivate pdf-Magazin. | 27.Juli 2010
!Bildnachweis
malaga.economiacritica.net
