!Anzeige

!Anzeige

!Newsletter

Tragen Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter ein.
 

!Anzeige

 
06.06.2011 21:47

Derivate Interview

Interview mit Stefano Angioni, DZ BANK

Im Zuge der Finanzkrise hat die Zertifikate-Branche deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Wenn man Garantie-Produkte nicht berücksichtigt, ging das investierte Volumen um über 50 Prozent zurück, zudem haben viele Anleger in ETFs umgeschichtet. Die DZ BANK hatte auch in der Krise einen recht hohen Marktanteil behalten und zählte besonders im Bereich Garantie-Produkte zu einem der führenden Anbieter von Zertifikaten. Im aktuellen Interview sprechen wir mit Stefano Angioni, Senior Manager Public Distribution, der neue Impulse bei der DZ Bank setzen möchte.

Derivate Magazin: Herr Angioni, die DZ BANK ist besonders stark im Bereich Garantiezertifikate. Zuletzt haben Sie jedoch Ihre Produktpalette deutlich in Richtung risikoreichere Anlagezertifikate und Hebelprodukte erweitert. Was ist hier der strategische Hintergrund?

Angioni: Garantiezertifikate sind Basisinvestments für Anleger, die risikolos investieren möchten und die eine Chance auf eine etwas höhere als die am Kapitalmarkt übliche Verzinsung erreichen wollen. Diese Produktgattung wird daher wegen ihrer Bedeutung und ihres Erfolges bei den Anlegern immer ein wichtiger Bestandteil unserer Produktpalette bleiben. Jedoch sind immer mehr Anleger auch darauf aus, eine deutlich höhere Rendite, auch im zweistelligen Bereich, zu erreichen. Zumindest zeigen dies verschiedene Umfragen bei Zertifikateanlegern. Dafür sind diese Anleger bereit, mehr Risiko einzugehen. Diesem veränderten Anlageverhalten mussten wir Rechnung tragen, daher haben wir die Produktpalette von Zertifikaten ohne Kapitalschutz, wie z. B. Discount- und Bonus-Zertifikate, Aktienanleihen, aber auch von Hebelprodukten in den vergangenen zwei Jahren vervierfacht, auf mittlerweile 50 000 Produkte. Dabei konzentrieren wir uns auf Zertifikate auf deutsche Blue Chips und Nebenwerte sowie auf die weiteren Asset-Klassen Rohstoffe und Devisen.



DM: Durch die Lehman-Pleite ist der Zertifikatemarkt insgesamt sehr unter Druck geraten und die Assets Under Management sind stark geschrumpft. Halten Sie auf absehbare Zeit wieder neue Rekordvolumina in Zertifikaten für möglich? Hat sich der Markt für Zertifikate in den letzten zwölf Monaten im Zuge der freundlichen Börsen wieder erholt?

Angioni: Anleger richten ihren Fokus sinnvollerweise wieder auf die Vorteile der Zertifikate:
Flexibilität, Transparenz, preiswerte Preisgestaltung und ständige Handelbarkeit.
Dadurch konnten sich die abgesetzten Volumina auch wieder deutlich erholen. Auch dank der mangelnden Alternativen in Niedrigzinsphasen sollte dieser Trend weiter anhalten.



DM: Welche Produktgattungen haben im Moment die größte Nachfrage? Welche Trends kann man feststellen?

Angioni: Ganz klar Aktienanleihen! Sowohl professionelle Anleger als auch Privatanleger schätzen die Einfachheit dieser Struktur. In bewegten Phasen wie vor ein paar Wochen, während der Ereignisse in Japan, erkennen Trader kurzfristige Kaufgelegenheiten und sind nach wie vor insbesondere in den Hebelprodukten aktiv.



DM: Die DZ BANK hat in den letzten Monaten auch die Emissionstätigkeit von Hebelprodukten verstärkt, insbesondere bei den Alpha-Turbos wurde die Produktpalette ausgebaut. Wie kamen die neuen Produkte am Markt an?

Angioni: Diese Strukturen sind in dieser innovativen Form noch sehr neu und dadurch weiterhin einzigartig. Daher müssen wir den Fokus für den Anleger auf die Aufklärung der Struktur richten. Wir haben deshalb der Erklärung von Alpha-Turbos unter www.alphaturbo.de eine eigene Seite gewidmet. Jedoch ist unser Ziel, den Anlegern auch Tradingideen zu vermitteln, anhand derer man optimal Alpha-Turbo-Zertifikate einsetzen kann. Hierfür eignet sich insbesondere der Börsenbrief „Platow Derivate“, der wöchentlich Tradingideen mit Alpha-Turbos kombiniert und vorstellt.

Auch für preissensitive Anleger haben wir etwas getan und bieten seit März dieses Jahres eine Freetrade-Aktion für alle Alpha-Turbos der DZ BANK über die Onlinebank Cortal Consors an.
Durch diese Maßnahmen sehen wir eine immer größer werdende Community an Anlegern, die Alpha-Turbo-Zertifikate zu schätzen wissen. So haben wir Ende 2010 einen von Privatanlegern gewählten und vom Zertifikatejournal verliehenen Preis für das Produkt des Jahres erhalten: Ein Alpha-Turbo-Zertifikat auf die BMW-Aktie gegen den DAX.



DM: Können Sie uns kurz die Funktionsweise von Alpha-Turbos erklären?

Angioni: Alpha-Strukturen haben den großen Vorteil, dass es für den Erfolg des Anlegers völlig nebensächlich ist, ob die Kurse der ausgewählten Basiswerte steigen oder fallen. Entscheidend ist immer nur, wer bei dem Performance-Duell „Aktie gegen Index“ gewinnt und wie klar dieser Sieg ausfällt. Dadurch kann man auch dann Geld verdienen, wenn sich die Kurse eigentlich in die „falsche“ Richtung bewegen. Nehmen wir folgendes Beispiel: Der Anleger erwartet, dass sich die Aktie XY in den kommenden Monaten relativ gut entwickeln wird und setzt deshalb auf steigende Kurse (zum Beispiel mit einem Call-Optionsschein). Im Zuge eines schwachen Aktienmarktes (nehmen wir an, der Gesamtindex fällt um 15 Prozent) steht die Aktie nach drei Monaten mit fünf Prozent im Minus. Der Anleger erleidet also Verluste. Und das, obwohl die eigentliche Idee („eine relativ gute Entwicklung“) voll aufgegangen ist, weil sich die Aktie (minus fünf Prozent) im Vergleich zum Index (minus 15 Prozent) ja deutlich besser geschlagen hat. Beim Alpha-Long-Turbo interessiert nicht das Minus der Aktie, sondern nur der zehnprozentige Performance-Vorsprung gegenüber dem Index, was entsprechend hohe Gewinne für den Anleger zur Folge hat. Auf der anderen Seite kann es aber natürlich auch passieren, dass Investoren mit der Alpha-Strategie in steigenden Märkten Verluste einfahren, weil die Aktie zwar an Wert gewinnt, dabei aber weniger stark steigt als der Index.



DM: Wie verhalten sich das Pricing und die internen Gebühren bei den Alpha-Turbos?

Angioni: Das Pricing ist absolut linear und bezüglich der Einfachheit fast schon zu vergleichen mit dem einfachsten aller Zertifikate, dem Indexzertifikat. Denn weder Volatilität noch Zinsen oder Dividenden haben einen Einfluss auf den Kurs eines Alpha-Turbo-Zertifikates. Sondern lediglich die Performancedifferenz eines Basiswertes gegenüber einer Benchmark.


ANZEIGE: Hier ein Derivate Magazin bestellen


DM: Welche Strategie verfolgt die DZ BANK im Zertifikate-Markt in Zukunft?

Angioni: Wir wollen mit unserem Auftritt als Zertifikatemittent dem Endanleger einen klaren Mehrwert bieten. Durch unsere stetig sich weiterentwickelnde Internetseite www.eniteo.de bieten wir eine Vielzahl von Informationen, die dem Anleger das tägliche Traden und Anlegen erleichtern soll. Und insbesondere durch die Verzahnung von Researchideen mit den dazu passenden Produkten erreichen wir eine sinnvolle Abgrenzung zu anderen Emittenten.
Auch unsere Produktpalette werden wir in Zukunft um sinnvolle Angebote erweitern, die dem Anleger und Trader einen Mehrwert bieten.



Dieser Artikel ist erschienen im Derivate Magazin. | Ausgabe 2 | 2011




!Bildnachweis

Eniteo