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Auf römischen Spuren – Thermalhotel nahe Prishtina

Der aktuelle Kosovo-Boom wird auch mit Investitionsprojekten von Exilkosovaren belebt, die in ihrer Heimat die Tourismusbranche mit innovativen Ideen für Besucher aus dem Ausland attraktiver machen. Ein Beispiel hierfür ist der Berliner Unternehmer Mustafë Abazi, der in seiner Heimatregion Solobaja die Eröffnung eines Wellness- und Kurhotels mit Thermalbad beabsichtigt.

Schon zu römischen Zeiten war die besondere Kraft dieses spezifischen Thermalwassers bekannt und der Grund für antiken Gesundheitstourismus. Sogar in albanischen Volkslegenden kommt diese Heilquelle und ihre Wirkung vor. Mustafë Abazi: „Das besondere an dem dort vorhandenen Thermalwasser ist die mineralische Beschaffenheit, welche bei Hautkrankheiten, Augenbeschwerden, Rheuma und Hämorrhoiden ihre heilende Wirkung entfaltet.“ Während des zweiten Weltkrieges nutzten deutsche Soldaten die dortige Heilwasserstation als Erholungsbasis. Nach Ende des Krieges verfiel die Anlage, die Erinnerung an die Wirkung des 26,8 Grad warmen Wassers blieb jedoch bis heute erhalten. Abazi: „Die Menschen kamen schon immer hierher. Auch als nicht mehr als nur eine offene Quelle vorhanden war, versuchten sie auf eigene Faust an das heilende Wasser zu kommen.“

Alle Genehmigungen vorhanden
Vor einigen Jahren fasste Abazi darum den Entschluss, an der Stelle der legendären historischen Quelle ein Thermalbad mit Hotel, Wellnessanlage und Bungalows zu errichten. Aufwendige Wasseranalysen wurden gemacht, die die besondere mineralische Beschaffenheit und die Kapazitäten der Quelle bestätigen, die weit über den Planungsbedarf des Kurbades hinausgehen.

„Die Wirkung der Quelle ist über die Region hinaus bekannt. Außerdem ist der Ort verkehrstechnisch optimal angebunden. Das sind perfekte Voraussetzungen für dieses Projekt“, sagt Abazi. Die Unterstützung der Kommunalverwaltung hat er bereits, die Baugenehmigung für das Kurbadprojekt kürzlich erhalten.

Optimale infrastruktur
Auch die vorhandene Infrastruktur passt: die Verkehrswege zur Anlage wurden jüngst ausgebessert. Die Hauptstadt Prishtina ist mit dem Auto in circa 15 Minuten zu erreichen. Mit einer Straßenbahnlinie, die bis zum Krieg aktiv war und nun wieder in Stand gesetzt werden soll, wäre Prishtina in rund 10 Minuten erreichbar.

Der neueröffnete Hauptstadtflughafen ist nur 25 Autominuten entfernt. Damit wäre das Gesundheitshotel auch für deutsche Touristen attraktiv. Abazi: „Von meinem jetzigen Wohnort Berlin brauche ich bis in das Hotel zweieinhalb Stunden.“ Die Umgebung bietet mit ihrer wundervollen Natur ein entschleunigendes Erholungsangebot. So ist der schönste See des Landes, der Badlava See, in nur 10 Minuten zu erreichen.

Für die erste Projektphase der Anlage rechnet Abazi mit einer Investitionssumme von 5 Millionen Euro. In der zweiten Phase, für die nochmals 5 Millionen Euro geplant sind, soll das Kurhotel noch mit einer Schwimmhalle, Restaurants und einer großen Kongresshalle bereichert werden, in der auch Hochzeiten mit bis zu 500 Personen gefeiert werden können. Außerdem ist auf dem Gelände eine Schule für Physiotherapeuten geplant.

Abazis Entwicklungsprojekt ist ein Beispiel für eine boomende Region, die sich gerade neu erfindet. Abazi: „Ich bin sehr optimistisch, dass wir hier einen großen Wurf landen werden. Auf dem gesamten Gebiet des ehemaligen Jugoslawien existiert meines Wissens nur noch eine Heilquelle mit ähnlichen Wasserwerten. Und die ist auf Monate hin ausgebucht.“ Für Partner aus Deutschland zeigt sich der Berliner Unternehmer offen und arbeitet schon an Expansionsstrategien für den Vertrieb eines Heilwassers zum Trinken und den Aufbau einer Marke seines Kurbades. Abazi: „Die Trinkwasserquelle verspricht eine heilende Wirkung für Nieren, Gallensteine und Magenprobleme.“

Mustafë Abazi ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Wirtschaftsverbandes UB – Union der albanischen und deutschen Unternehmer in Deutschland e.V. 2006 gründete Abazi ein Malerunternehmen, das auf Wärmedämmung und Aussenfasadensanierung spezialisiert ist. Die Abazi Malerbetrieb GmbH mit Hauptsitz in Berlin hat auch Zweigniederlassungen in Brandenburg und Köln.

Mustafë Abazi