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Antje Erhard – 5 Fragen, 5 Antworten

Antje Erhard – 5 Fragen, 5 Antworten
1. Wie wurden Sie Moderatorin und wie arbeitet es sich in der von Männern dominierten Finanzwelt?

Antje Erhard: Ich wollte Journalistin werden. Unbedingt. Zum Entsetzen meines Vaters. Inzwischen hat er sich aber beruhigt. Blieb ihm ja nichts anders übrig (charmant lächelnd). Am Tag fünf nach meinem Examen war es so weit: der erste Job in einer Wirtschaftsredaktion. Business TV bei einer Bank. Folge eines Praktikums. Nach artfremdem Studium bedeutete das: abends noch hinsetzen und Finanzthemen büffeln. Aber ich war angekommen und habe in der Tat viel gelernt. Wenige Monate später überrollte mich und die ganze Welt ein – auch noch aus heutiger Sicht – besonders emotionales Ereignis: 9/11. Ich habe damals für die dpa, dpa-AFX und die Radiodienste aus New York berichtet. Rund um die Uhr. Für eine Anfängerin war das eine enorme Herausforderung, fachlich wie emotional. Es war aber das Ereignis, das meine Haltung zu meiner Arbeit sehr geprägt hat. Schließlich ist es nicht einfach ein Job, sondern eine Leidenschaft! Das ist bis heute so.

Später führten mich ganz andere Themen durch die halbe Welt – neben Wirtschaft und Börse: Auswanderer etwa (nein, kein Trash-TV), Klimawandel oder Seegurken (lacht).

Die Moderation gehörte dann „einfach“ irgendwann dazu. Als Teil eines Ganzen. Moderation, die den Zuschauer abholt und mitnimmt, die erklärt und einordnet, – das ist etwas anderes als das Klischee, das manche noch in den Köpfen haben. Und ja, so etwas muss und kann man lernen!

Daher arbeitet es sich in der Finanzwelt, in der Männer dominieren, bestens. Es ist gerade an der Frankfurter Börse ein sehr entspanntes, angenehmes Miteinander. Viel Hilfsbereitschaft und gegenseitige Wertschätzung. Inzwischen ist es mein Lieblingsarbeitsplatz.

2. Welche Erinnerungen haben Sie an den Zertifikate-Tag bei Der Aktionär TV?

Antje Erhard: Oh, sehr lebendige. Die schönste ist, dass es ein zielorientiertes Arbeiten eines kleinen, sehr engagierten Teams war. Ohne die unermüdlichen Dreh- arbeiten von Stefan Schwenk und seinen fliegenden Fingern in der Postproduktion, ohne die geniale Planung und Geduld unserer Programmleiterin Ute Stenglein und unserer Planerin Ute Hoffmann, ohne die Unterstützung unseres Marketing-Leiters Thomas Tom Eidloth, ohne die Kollegen an beiden Standorten hätte das Projekt definitiv nicht funktioniert. Zumal allein der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl – wir dachten, nach Brexit-Votum und Sommerferien mit dem geplanten Ausstrahlungstermin gut zu liegen – auch uns überrascht hat und viele Sondersendungen hervorbringen sollte.

Dennoch, wir haben alles geschafft. Und dafür bin ich sehr dankbar!

3. Investieren Sie privat?

Antje Erhard: Privat investiere ich Zeit in meine Familie, gute Freunde. Mein Klavier bekommt davon zu wenig ab …

4. Wodurch zeichnet sich Der Aktionär TV aus?

Antje Erhard: Wir stehen für eine zielgruppenorientierte und ausführliche Berichterstattung über Wirtschaft, Börse und Finanzen. Wir sind ein schnelles, agiles und verlässliches Team. Unsere Distribution ist dank zahlreicher Kooperationspartner inzwischen so breit gefächert, dass finanz- interessierte Zuschauer nahezu immer und überall Zugang zu unserer Berichterstattung haben.

5. Mit welchen spannenden Beiträgen darf in Zukunft gerechnet werden?

Antje Erhard: Spannende Beiträge versuchen wir immer zu machen. Aber nicht immer ist alles spannend, worüber wir als Journalisten berichten müssen. In nächster Zeit wird aber zumindest an Spannung kein Mangel sein: Wie geht die Wahl in Frankreich aus? Haben Mitarbeiter von Donald Trumps Team im Wahlkampf mit Russlands Hilfe Mail-Accounts von Kontrahentin Clinton gehackt? Wann hat Donald Trump ein Regierungskonzept? Hat Großbritannien inzwischen einen Plan, wie es nach dem Brexit-Votum weitergeht? Diese Themen zu begleiten, darauf freue ich mich.

Ich selbst arbeite gern an neuen Formaten, neuen Konzepten, abseits von der tagesaktuellen Berichterstattung. Zunächst ist das „nur“ eine Idee auf dem Papier. Aber toll ist es, wenn daraus etwas Neues entsteht und die Zuschauer das annehmen.

Aus Branchensicht würde ich vom Gefühl her sagen, dass insbesondere zahlreiche FinTech-, Software- und MedTech-Unternehmen im Jahr 2017 den hohen Erwartungen gerecht werden und ihr Potential weiter erschließen könnten. Daneben wird es vermutlich auch wieder eine Überraschungsbranche geben, die bisher nur die wenigsten auf dem Schirm haben.

Antje Erhard ist Redaktionsleiterin und Moderatorin von Der Aktionär TV an der Frankfurter Börse. Sie studierte Germanistik und Medienwissenschaften und ist seit 15 Jahren Wirtschaftsjournalistin. Vom Deutschen Derivate Verband wurde sie mit dem Sonderpreis der Jury 2017 für ihr Engagement im Zertifikatebereich geehrt.

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