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Blaupause Börsenstar

Foto: kasto / Fotolia

Wer wäre nicht gerne so erfolgreich wie Warren Buffett & Co. und ein wahrer Starinvestor. Kapitalmarktstratege und Börsenbrief-Herausgeber Ulrich W. Hanke ist der Meinung, dass dies im Prinzip jedem Kleinanleger gelingen könnte und Erfolg kopierbar sei. Was Anleger dafür mit den Börsenstars gemeinsam haben sollten, was die Stars verbindet und wo Unterschiede bei den Methoden der Großen liegen.

Zu Börsenstars wie Warren Buffett, bekannt als Orakel von Omaha oder dem legendären Fondsmanager Peter Lynch schauen viele Privatanleger auf. Zu Recht, sind die Investmentlegenden doch dauerhaft extrem erfolgreich und überflügeln den Markt scheinbar mit spielerischer Leichtigkeit. Insgeheim möchte jeder Privatanleger – wenigsten ein bisschen – wie sie sein. Folgt man der Argumentation von Lynch, dann kann auch jeder Anleger so erfolgreich an der Börse agieren wie die Top-Investoren. Dazu benötige der Kleinanleger keine Banklehre und kein Mathematik- oder Wirtschaftsstudium, nur gesunden Menschenverstand, meint Lynch. Profis dagegen wären sogar im Hintertreffen: „Das Börsengeschäft ist eine Kunst und keine Wissenschaft und die Leute, die darauf getrimmt werden, alles starr auszurechnen, sind ganz klar im Nachteil.“

Lynch weiß, wovon er redet: Er erzielte mit dem Magellan Fonds von Fidelity von 1977 bis 1990 eine jährliche Rendite von 29,2 Prozent. Der US-Markt legte im gleichen Zeitraum nur um rund 14,6 Prozent pro Jahr zu. In seiner Amtszeit wuchs das Volumen des Fonds von 18 Millionen auf unglaubliche 14 Milliarden US-Dollar.

Der gleichen Meinung ist der renommierte Börsenstratege Ulrich W. Hanke. „Kleinanleger können den Großen erfolgreich nacheifern, davon bin ich überzeugt“, sagt der Herausgeber des Börsenbriefs www.boersianer.info. Wie Lynch, Buffett und zehn weitere nordamerikanische Starinvestoren ihr Geld anlegen, hat Hanke nun in seinem neuen Buch „Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte“ en détail beschrieben, Untertitel: „Methoden für Kleinanleger, die Großen zu kopieren“. Dabei fallen einige Gemeinsamkeiten und auch gravierende Unterschiede bei den Anlagestrategien der Börsenstars auf.

Der Zinseszinseffekt ist ihr Freund

„Eine gute Nachricht für Privatanleger: Die Börsenstars sind allesamt keine Genies, sondern eher Workaholics“, sagt Kapitalmarktstratege Hanke. Das unterstreicht, dass jeder Anleger selbst zum Börsenstar werden kann, wenn er nur fleißig seine Hausaufgaben macht: Ohne Fleiß kein Preis. Geduld ist eine weitere wichtige Tugend. Schon Benjamin Graham, der die fundamentale Analyse und das Value-Investing erfand, sagte, sie sei die oberste Tugend eines Investors. So legen alle Börsenstars langfristig an, wissen um den Zinseszinseffekt und versprechen keinen Reichtum über Nacht. Viel Zeit heißt viel Geld. Das lässt sich dann auch am hohen Alter der zwölf erfolgreichsten Investoren der Welt ablesen. Es liegt im Schnitt bei 72 Jahren. Der Älteste noch lebende ist Buffett, der 1930 zur Welt kam. Der jüngste im Bunde ist Trendfolger James O’Shaughnessy mit 56 Jahren.

Ebenso wichtig: Die Börsenstars investieren allesamt fast ausschließlich in Aktien. Sie handeln dabei nach fundamentalen Kriterien und bleiben ihrem System in der Regel treu. Charttechnik spielt keine Rolle. Day-Trading oder überhaupt häufiges Handeln gibt es unter den erfolgreichen Top-Investoren ebenfalls nicht.

Auch Stars machen Fehler

Schlagzeilen mit der Vorhersage, dass die Welt komplett untergeht, produzierte bisher keiner der Börsenstars. Einer – Martin Zweig – sah den Crash im Oktober 1987 punktgenau kommen, ein anderer – Ken Fisher – warnte vor der Dotcom-Blase. Zu 100 Prozent richtig lag bislang keiner der Investoren, die aus ihren Fehlern auch kein Geheimnis machen. Sie müssen es auch nicht, um erfolgreich zu sein, wenn es nach Hanke geht. „Großer Erfolg beginnt ab einer Trefferquote von 66,6 Prozent. Eine Erfolgsquote von 100 Prozent ist völlig unrealistisch“, betont der Börsenstratege.

Ihm ist noch aufgefallen, dass alle Börsenstars viel lesen. Hanke folgert daraus: „Wer nicht gerne liest und damit schlussendlich keine Lust zu haben scheint, sich weiterzubilden, der wird an der Börse keinen Erfolg haben.“

Und noch etwas vereint die Crème de la Crème: Tellerwäscher war niemand. Alle Börsenstars kommen aus intakten, gebildeten und wohlhabenden Familien und haben eine erstklassige Ausbildung genossen. Weitere Parallelen in den Lebenslaufen sind dagegen wohl eher zufällig. Sowohl Graham als auch Lynch und Zweig verloren ihren Vater in frühen Jahren. Sowohl Buffett als auch Lynch kauften als Jugendliche ihre ersten Aktien. Joel Greenblatt und Graham haben jüdische Wurzeln. Michael O’Higgins, Erfinder der Dividendenstrategie (siehe Interview), William O’Neil und O’Shaughnessy könnten irische Vorfahren haben. David Dreman, Fisher und Graham schrieben oder schreiben Artikel für das bekannte Forbes-Magazin.

Antizyklischer Investor versus Trendfolger

Bei den Erfolgsrezepten gibt es aber nicht nur gemeinsame Nenner, sondern auch krasse Gegensätze. Lynch sucht Unternehmen, die institutionellen Anlegern, also Fondsgesellschaft oder Pensionskassen, noch gar nicht bekannt sind. O’Neil bevorzugt Unternehmen, an denen mindestens 25 institutionelle Investoren Anteile halten. Er sucht Aktien mit einer guten Story, mit neuen Produkten oder neuen Dienstleistungen. Lynch rät zu Aktien, deren Namen komisch und langweilig klingen. Der antizyklische Investor Anthony Gallea wiederum setzt auf Aktien, die 50 Prozent an Wert verloren haben müssen, während Trendfolger O’Shaughnessy Aktien kauft, die bereits deutlich an Wert zugelegt haben.

Übrigens, der erfolgreichste Investor der Welt, Berkshire-Hathaway-Chef Buffett, erzielte bislang eine jährliche Rendite von 19,2 Prozent – Jahr für Jahr von 1965 bis heute. Das entspricht stolzen 798.981 Prozent Rendite über den gesamten Zeitraum. Und das ist die Messlatte für alle anderen, ob Börsenlegende, Privatanleger oder vielleicht auch kommender Börsenstar.

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In „Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte“ beschreibt Kapitalmarktstratege Ulrich W. Hanke die Anlagestrategien von zwölf nordamerikanischen Top-Investoren wie Warren Buffett oder Joel Greenblatt und von drei deutschen Börsenexperten. Hanke konzentriert sich dabei auf die erfolgreichsten Börsenstars der Welt und erläutert deren Erfolgsrezept Schritt für Schritt, Kennzahl für Kennzahl – zum Nachmachen ideal.

Mehr zum Buch unter www.boersianer.info/boersenstars.

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