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Ein neuer Zeitgeist!

Ein neuer Zeitgeist!

Jeder von uns kennt sie: Die Angst vor dem Neuen. Das Unbehagen, von gewohnten Verhaltensmustern abzuweichen und unbekannte Wege zu gehen. Man denkt, dass alles perfekt funktioniert und Veränderungen gar nicht notwendig sind. Und das denkt man solange, bis es nicht mehr anders geht.

Oft wird man entweder durch sein Umfeld oder durch Regulation zum Handeln gezwungen. Das, was vorher fremd war, wird plötzlich zur Normalität für alle. Ein neuer Zeitgeist hat sich etabliert. Ein Beispiel für eine solche Entwicklung ist das Rauchverbot in Restaurants und Kneipen. Vor 15 Jahren undenkbar – heute die Normalität.

Eine ähnliche Entwicklung vollzieht sich aktuell beim Thema „Nachhaltiges Investieren“. Lange Zeit ein Nischenthema, welches auch gerne mal belächelt wurde. Mittlerweile handelt es sich bei nachhaltigem Investieren um einen der größten Trends in der Finanzgeschichte der letzten Jahrzehnte.

Der Anteil von nachhaltigen Investments im Vergleich zu anderen (nicht nachhaltigen?) Investments ist in den letzten Jahren von 21,5 auf 30,2 Prozent angestiegen. Es gibt fünf Triebfedern für diese Entwicklung, auf die ich in den folgenden Kolumnen tiefer eingehen werde.

  1. Performance: Es gibt eine klare Korrelation zwischen Risiko/Rendite und Nachhaltigkeit. Ein guter Nachhaltigkeitsprozess kann Investoren durchschnittlich mehr als 1 Prozent pro Jahr an Zusatzerträgen bei vergleichbarem Risiko erwirtschaften.
  2. Investoren: Mehr als 1.600 Investoren mit mehr als 60 Billionen Dollar haben sich den United Nations Principles for Responsible Investment angeschlossen.
  3. Unternehmen: Mehr als 12.000 Unternehmen haben sich dem United Nations Global Compact angeschlossen (UNGC) und sich verpflichtet, Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltschutz und Anti-Korruption bei der Unternehmensführung zu berücksichtigen.
  4. Regulation: Eines von vielen Beispielen ist die kürzlich von der Europäischen Union erlassene Richtlinie für Unternehmenspensionskassen. Diese werden ab 2019 sowohl Klimarisiken als auch Nachhaltigkeitsparameter in die Investmententscheidung einbinden müssen. Das Land Berlin hat bereits die Verwaltung seiner Pensionsverbindlichkeiten diesbezüglich umgestellt.
  5. Informationen: Die Verfügbarkeit von Informationen zu Umweltrisiken, sozialen Risiken und Unternehmensführungsrisiken von Unternehmen ist in den letzten 15 Jahren exponentiell angestiegen. In 2015 haben 5.792 Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Im Jahr 2000 waren es gerade einmal 48.

„Nachhaltiges Investieren“ schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Ertragsverbesserung kommt, und zweitens alloziert es Gelder in Unternehmen, die verantwortungsvoller geführt werden. Aktuell ist „Nachhaltiges Investieren“ ein riesiger Trend – in einigen (sehr wenigen) Jahren wird es wahrscheinlich der neue Zeitgeist sein.

Andreas Feiner ist ein Gründungspartner von Arabesque Asset Management und verantwortlich für das ESG Research.
Arabesque mit Sitz in London und Frankfurt ist der weltweit erste Vermögensverwalter, der sich ausschließlich auf die Kombination von ESG-Informationen mit regelbasierten und quantitativen Investmentprozessen spezialisiert hat.

www.arabesque.com/de

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