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Norman Kustos – 5 Fragen, 5 Antworten

Norman Kustos – 5 Fragen, 5 Antworten
1. Was gehört zu Ihrem Angebotsportfolio?

Norman Kustos: Unser Service umfasst im Grunde sämtliche Leistungen, die für die wirtschaftliche Nutzung einer gewerblichen Immobilie benötigt werden. Dabei schließen sich Ökonomie, zeitgemäßes Design, Ökologie und Nachhaltigkeit keineswegs aus. Ganz im Gegenteil. Viele unserer Kunden setzen gezielt, ob Neubauprojekt oder Bestandsgebäude, auf nachhaltige Energieträger und Ausstattungsmaterialien. Unternehmen und ihre Büroflächen sind immer auch ein Spiegelbild von gesellschaftlichen Normen und Strömungen.

Ich gehe aber noch ein paar Schritte zurück. Einem maßgeschneiderten Nutzungskonzept gehen diverse Schritte voraus: Standort-Analysen, Immobilienfindung, Mietvertragsbegleitung bis hin zum perfekten Umzugsmanagement sind nur einige Punkte, die wir in enger Abstimmung mit dem Kunden begleiten.

Alle Kolleginnen und Kollegen verbindet dasselbe Ziel – ein erfolgreiches Projekt, an dessen Ende der Kunde uns weiterempfiehlt und wir ihn bei zukünftigen Veränderungen weiterhin unterstützen können. Und das funktioniert mit einer verlässlichen Mannschaft, die zum richtigen Zeitpunkt richtige Entscheidungen trifft, notfalls improvisieren kann und mit Herz und Verstand arbeitet.

2. Ist das die Unternehmensphilosophie von neotares?

Norman Kustos: Nein, das wäre zu pathetisch. Als Praktiker sehe ich eher ein Grundsatzdreieck, wenn Sie so wollen: Sachverstand und langjährige Projekterfahrungen, Verantwortung und Stabilität sowie ehrliche Kundenkommunikation auf Augenhöhe.

Ein Beispiel: Ein Kunde möchte 10.000 m² neu anmieten, aber sein Tagesgeschäft sind weder Mieterplanung, Belegungsstudien oder gar Innendesign. Hier setzt neotares an und übernimmt Steuerung und Koordination aller relevanten Aufgaben, Dienstleister, bewertet Risiken und Kosten. Dazu bilden wir ein transparentes Reporting, was wir wann wo genau machen.

3. Bei welchen Playern ist der Bedarf an Beratung besonders groß?

Norman Kustos: Nun, je größer das Projekt, desto größer sämtliche Prozesswege. Dazu zählen auch Widerstände aller Art, z.B. Belegschaft, Mitarbeitervertretung, Vermieter oder ganz einfach eine nicht funktionierende Baustelle. Aber genau das ist unser Tagesgeschäft. Dank Erfahrungswerten sehen wir mögliche Probleme voraus und agieren rechtzeitig.

In Hinblick auf die Nutzung stellt sich dann auch die Frage, wohin entwickelt sich eigentlich der Trend für Büronutzer? Warum muss ich noch ins Büro? Schriftverkehr, Akten, Videokonferenzen – alles ist digital abrufbar via Laptop oder Pad aus dem nächsten Café am Eck! Das ist vielleicht ein wenig überspitzt, aber dennoch keine exotische Arbeitsweise. Die Bürowelt hat sich definitiv mit der Digitalisierung verändert und sie tut es noch. Jahrzehntelang dominierten klassische Großräume und Kleinverzimmerung. Mittlerweile tragen die Unternehmen den verschiedenen Arbeitsweisen und Arbeitsmodellen Rechnung. Zum Beispiel Home Office in Kombination mit Wechselarbeitsplätzen ist ein gelebtes Konzept. Doch bitte nicht verallgemeinern. Letztlich definieren nur genaue Anforderungsprofile von Mitarbeitern und Abteilungen die Nutzflächen und Schnittstellen.

4. Wer kauft derzeit, wer verkauft und besteht die Gefahr einer Immobilienblase?

Norman Kustos: Der gewerbliche Sektor ist immer in Bewegung. Doch eine 1A-Lage macht längst noch keine effektive Immobilie aus. Rentabilität ist hier das Stichwort: Wie vermiete ich Flächen mindestens mittel- bis langfristig? Welche Mieter-Bedürfnisse lassen sich optimal umsetzen? Erfüllt das Gebäude einen hohen technischen Standard? Gibt es eine gute Anbindung? Um diese und andere Fragen kommt man im Vorfeld nicht umhin. Eine hervorragende Ausgangslage bietet zum Beispiel ein revitalisiertes Innenstadtobjekt mit neuesten und somit zukunftsfähigen Ausbaustandards, dazu LEED- bzw. DGNB-Zertifizierungen.

Die Frage nach einer möglichen Immobilienblase, gerade bei Wohnimmobilien, verlangt schon viel Weitblick und zielt sehr ins Finanzpolitische. Ich denke, einer der großen Unterschiede zum Beispiel zu den USA ist, dass die Deutschen besonnener mit geliehenem Geld umgehen und nicht mit einer Kreditkarte die andere ausgleichen. Billige Kredite ermöglichen aber auch dank niedriger Konditionen für den Endverbraucher die Möglichkeit, Schulden mit höheren Tilgungen abzubauen. Meiner Meinung nach wird sich der Markt hier selbst regulieren und nicht bis zum bitteren Ende ausgereizt.

5. Wie stellt sich der Gewerbliche Immobilienmarkt in Deutschland dar? Welche Regionen boomen, welche schrumpfen?

Norman Kustos: Ich lasse den Brexit jetzt mal außen vor, da hier noch viele politische Eckpfeiler gesetzt werden müssen. Schauen wir uns aber den demografischen Wandel der Gesellschaft an, Zuzug in die Städte, spiegelt sich das auch in den Gewerbeimmobilien wieder. Kritiker führen jetzt vielleicht die hohen Leerstände in den Innenstädten an, aber Ballungsräume wie München, Hamburg, große Teile im Rhein-Main-Gebiet oder Berlin boomen dennoch. Die Gewerbesteuer oder der Grundstückspreis kann noch so niedrig sein, und dennoch wird kein Unternehmen in die Provinz mit schlechter Infrastruktur und fehlenden sozialen Möglichkeiten für seine Mitarbeiter ziehen. Stadt- bzw. Regionsattraktivität steht auch immer in Relation zu gut funktionieren Gewerbeimmobilien.

Norman Kustos

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