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Wissen ist Macht

Wissen ist Macht

Mit der Aussage: „Denn Wissen selbst ist Macht“ läutete der englische Philosoph Francis Bacon im Jahr 1620 eine neue Denkrichtung ein, die sich vom vorangegangenen Zeitalter klar distanzierte. Fest verankerte Denkmuster wurden überworfen und die gesellschaftliche Ordnung neu aufgestellt. Das Mittelalter ging zu Ende und das Zeitalter der Aufklärung hatte begonnen.

Daten sind eine Grundlage für Wissen. Kürzlich fragte sich das das amerikanische Magazin „Wired“ sogar, ob Big Data das neue Schwarze Gold ist. Die Antwort auf diese Frage ist für Unternehmen einfach zu beantworten. Eine Vielzahl von Daten erlaubt es ihnen, sich über Konsumenten und über deren Verhalten zu informieren. Damit können sich Unternehmen besser im Markt positionieren bzw. Produkte besser verkaufen. Die Macht über Daten führt oftmals zu hohen Bewertungen für Unternehmen. Messbar ist das in den Aktienkursen. Beispielsweise ist Facebook mit seiner Marktkapitalisierung von 400 Milliarden Dollar mehr wert als SAP, Siemens und Bayer zusammen.

Daten geben aber nicht nur Unternehmen mehr Macht, sondern auch Kapitalanlegern. Die global stattfindende Datenrevolution umfasst ebenfalls Informationen über Unternehmen und wie sich diese in der Gesellschaft verhalten. Eine stark wachsende Gruppe von Investoren – im Fachjargon werden diese „Nachhaltige Investoren“ genannt – machen sich diese Informationen bei ihren Investmententscheidungen zunutze. Werkzeuge wie beispielsweise der Arabesque S-Ray™ versuchen, verschiedene Perspektiven der Nachhaltigkeit in einfach zu verarbeitende Kennzahlen zu bündeln und der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Im Allgemeinen achten nachhaltige Investoren darauf, dass Unternehmen sich im Einklang der Werte des UN Global Compact verhalten und dass das Risikomanagement zu Umwelt-, Sozial- und Unternehmensaspekten gut ausgeprägt ist.

Nachhaltigkeitsinformationen können für den Aktienkurs eines Unternehmens stark relevant sein. Akademische Studien wie beispielsweise die der Universität Hamburg zeigen, dass es eine hohe Korrelation zwischen Nachhaltigkeit von Unternehmen und finanziellem Ertrag gibt. Das ist auch intuitiv. Stellen Sie sich vor, dass einem Unternehmen in Ihrem Portfolio Korruption nachgesagt wird. In diesem Fall würden Sie sich wahrscheinlich sehr genau überlegen, ob es nicht besser ist, das Unternehmen zu verkaufen. Wenn viele Anleger zum gleichen Schluss kommen, wird – ceteris paribus – die Bewertung des Unternehmens sinken.

Das ist ein wichtiger Mechanismus. Die Bewertung von Unternehmen ist für das jeweilige Management von kritischer Bedeutung, denn oftmals sind dessen Kompensationen zumindest teilweise an diese gebunden. Wenn also neben den üblichen Finanzkennzahlen die Nachhaltigkeit von Unternehmen für deren Bewertung relevant wird, hat die Gesellschaft die Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen, welche Rolle Unternehmen in der Gesellschaft haben.

Francis Bacon wäre wohl auch zum Schluss gekommen, dass das Wissen über Nachhaltigkeit zu einem machtvollen Sanktionsmechanismus der Gesellschaft werden kann mit dem ein neues Zeitalter eingeläutet wird. Ein Zeitalter, in dem die Gesellschaft und Unternehmen gemeinschaftlich daran arbeiten, die Herausforderungen der heutigen Zeit zu meistern.

Andreas Feiner ist ein Gründungspartner von Arabesque Asset Management und verantwortlich für das ESG Research.
Arabesque mit Sitz in London und Frankfurt ist der weltweit erste Vermögensverwalter, der sich ausschließlich auf die Kombination von ESG-Informationen mit regelbasierten und quantitativen Investmentprozessen spezialisiert hat.

 

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