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KUNST & Investment

Christian Peltenburg-Brechne (links)
vor seiner „St.Martin-Sunsets-Serie 2017“ (Pastel, 24x28cm)
www.christianbrechne.com

Der Erwerb von Kunstwerken ist nicht mehr nur für Liebhaber, sondern zunehmend auch für Anleger eine interessante Option. Beim Handel mit Kunstschätzen gilt es jedoch, einige Aspekte zu beachten, da der Markt noch immer relativ intransparent ist.

Kunst oder Gekritzel? Für einen Laien ist der Unterschied oft kaum erkennbar, zumal sich über Geschmack ohnehin trefflich streiten lässt. Doch nicht allein die Wirkung auf den Betrachter, auch der Wert eines Kunstwerks lässt sich nicht selten nur schwer einschätzen. Dass mit Kunst viel Geld verdient werden kann, beweisen einige spektakuläre Verkäufe, so geschehen bei Vincent van Goghs „Portrait des Dr. Gachet“, welches über 100 Jahre nach dem Tod des Künstlers für eine Rekordsumme von 82,5 Millionen Dollar den Besitzer wechselte.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist der Verkauf des Ölgemäldes „Ehrenbreitstein“ von William Turner, das jetzt erst im vergangenen August beim Auktionshaus Sotheby’s für 21 Millionen Euro versteigert worden ist.

Christian Peltenburg-Brechne
Hollyhock Flower Paintings, Oil and Ink on Hand Made Paper 52 x 53 Inches, 5.400 Franken

Alternative Anlage mit Perspektiven und Potenzial



Bis heute ist der internationale Kunsthandel ein weitgehend intransparenter Markt geblieben. Kein Kunstwerk gleicht dem anderen. Nur wenige Menschen wissen, wo sich welches Juwel befindet. Nur sehr wenige Experten weltweit verfügen über Fachwissen in puncto Preis und Authentizität. Dennoch boomt der Umsatz mit den Kunstschätzen, die Preise steigen, für viele unverständlich, ins schier Unermessliche. Auf der anderen Seite steigt das Interesse an westlicher Kunst vor allem durch die Nachfrage aus neuen Märkten wie China oder Südkorea.

Deutscher Künstler vorne mit dabei


Aber nicht nur alte Gemälde, sondern auch der Bereich „Contemporary Arts“, also zeitgenössische Kunst, steigt. Vor allem ein Name fällt auf internationaler Ebene immer wieder: Gerhard Richter. Sein Gemälde „Domplatz, Mailand“ wurde beispielsweise im Jahre 2013 für rund 37 Millionen Dollar versteigert.

Bis 1970 war der Kunstmarkt ein wenig beachtetes und sehr kleines Segment, welches überwiegend von Sammlern und Liebhabern geprägt wurde. Doch die Umsätze wuchsen in den Achtzigerjahren stetig und moderne Kunst gewann zunehmend das Image einer sicheren und konservativen Sachwertanlage. Weltweit stiegen die Börsen, warfen immer größere Gewinne ab und verzeichneten einen steilen Anstieg. In der Folge entdeckten zahlreiche Investoren den Kunstmarkt als alternatives Investment. Die wichtigsten Kriterien bei der Selektion infragekommender Kunstwerke sind der Name des betreffenden Künstlers sowie auch die Qualität, die Provenienz, der kunsthistorische Rang respektive Erhaltungsgrad. Gerade bei schwachen Börsen oder sich abzeichnenden Krisen flüchten immer mehr Kleinanleger und professionelle Investoren in den Sachwert Kunst.

Hochwertige Kunstobjekte erzielen im Durchschnitt jährliche Renditen zwischen fünf und zehn Prozent. Einzelne Portraits erreichen sogar noch deutlich mehr. Einige Werke von Gerhard Richter, die in den Achtzigerjahren noch für rund 20.000 Mark gehandelt wurden, erreichen heutzutage acht bis zehn Millionen Euro. Bei gutem Erhaltungszustand bringt eine hochwertige Papierarbeit eines deutschen Expressionisten eine annualisierte Performance von acht bis zehn Prozent.

Cornelia Schleime, „Wer aus mir trinkt, wird ein Reh“, 2009 Acryl, Asphaltlack, Schellack auf Leinwand, 200.00 x 360.00 cm, 75.000 Euro
(aktuell zu sehen im Rosenhang Museum/Weilburg).

Kunstmarkt nicht mit Börsenhandel vergleichbar

Diverse Indizes bestätigen die allgemeine Einschätzung, wonach Kunstliebhaber mit ihrem Engagement durchaus viel Geld verdienen können. So weisen unterschiedliche spezifische Kunstrichtungen auf lange Sicht eine überzeugende Wertentwicklung auf. In der Vergangenheit fiel diese gegenüber Standardwerten an der Börse teilweise sogar höher aus. Dabei lassen sich Kunstwerke jedoch nicht über einen Verkaufsantrag an der Börse veräußern. Die beschränkte Liquidität des Marktes führt dazu, dass die Marktgängigkeit eines Werkes im Wesentlichen von dessen Qualität abhängt. Je günstiger ein Werk erworben wird, desto höher fällt dabei die Rendite aus. Diesen fairen Wert erzielen Investoren oft leichter über Auktionshäuser wie beispielsweise Sotheby’s oder Christie’s, als direkt über eine Galerie, es sei denn man hat einen Galeristen seines Vertrauens gefunden.

Jean Y. Klein bei der Arbeit an Calypso 2017, Bronze patiniert, 290.00 cm,
Preis auf Anfrage, Galerie Michael Schultz Berlin.
www.schultzberlin.com

Kunsthandel bleibt ein attraktiver Wachstumsmarkt

Kunst kann eine stabile, wertbeständige und sichere Anlageform darstellen, bei welcher ein Preisverfall sehr unwahrscheinlich ist, wenn man weiß, was man tut. Werden die Anlageobjekte dabei länger behalten, fallen die Verkaufskosten nur marginal ins Gewicht.

Um in ein vielversprechendes Objekt zu investieren und dieses auch als solches zu identifizieren, ist ein gewisses Know-how Grundvoraussetzung, um mit dieser alternativen Assetklasse zu reüssieren. Das größte Potential besitzen dabei grundsätzlich solche Werke, die gerade nicht en vogue sind. Erfolgversprechend erscheinen in diesem Zusammenhang aktuell Impressionisten, Fine Arts, zeitgenössische Kunst und Klassische Moderne.

Die nächsten Aspiranten auf Kursgewinne sind unter Kennern bereits ausgemacht: Christian Peltenburg Brechneff, ein Schweizer Künstler mit russischen Wurzeln, der auf ganz besondere Weise seine Liebe zur griechischen Insel Sifnos und der Bergkulisse rund um St. Moritz Ausdruck verliehen hat. Hierzu hat er atemberaubend schöne Kunstwerke geschaffen, die die Landschaften sowie Sonnenauf- bzw. -untergänge zeigen und den Betrachter in ihren Bann ziehen. Seine Werke wurden bereits bei Sotheby’s versteigert und sind im Metropolitan Museum of Art in New York zu bewundern. Desweiteren wurde in jüngster Zeit ein Film in englischer Sprache über das Leben und Schaffen von Peltenburg-Brechneff mit dem verheißungsvollen Titel „Like Notes Of Music“ gedreht, der, bereits im Vorfeld prämiert, international ausgestrahlt wird.

Zu den bedeutendsten aktuellen Künstlerinnen Deutschlands gehört Cornelia Schleime. In der DDR wurde sie mit einem Ausstellungsverbot belegt und zog dann im Jahr 1984 in den Westen. Zuletzt wurde Schleime mit dem renommierten Hannah-Höch-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Ein weiterer derzeit sehr beschäftigter Künstler ist Jean-Yves Klein. Gleich vier Ausstellungen haben sich in diesem Jahr den Bildern und Skulpturen des Berliners gewidmet. Seine aktuelle Arbeit, eine circa drei Meter große Bronzeskulptur, wurde gerade bei den Blickachsen 11 im Hessenpark bei Frankfurt am Main gezeigt. Jean-Yves Klein: „Gott hat die Welt erschaffen, unter anderem die Maler, die Bildhauer und die Poesie. Wir haben den Anspruch, mit der Malerei und der Bildhauerei diese großartige Poesie zu vollenden.“

Der Autor zeichnet als Management Partner Global Marketing & Distri- bution für den Bereich Quality & Service Excellence Asset & Wealth Management bei der TÜV SÜD-Gruppe, München, verantwortlich. Thoerner begann seine beru iche Karriere 1991 in der internationalen Investmentfondsindustrie und führte Citigroup Asset Management, Flemings und KBC Asset Management in die D/A/CH-Region ein.

Wilfried Marco Thoerner

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