Select Page

Kunsthandel im Wandel

Kunsthandel im Wandel

Die richtigen Kunstwerke können Sammlern weltweit spektakuläre Wertsteigerungen bescheren. Exklusive Galerien wie die Galerie Michael Schultz bieten ihren Kunden neben Beratung ein internationales Netzwerk zu gefragten Künstlern und Zugang zu ganz besonderen Werken.

Welche Art von Kunstwerken eignen sich am besten zum Investieren?

Michael Schultz: Das ist wie bei jeder Geldanlage auch: Diejenigen, die risikofreudiger sind, setzen auf junge Kunst und erreichen bei guter Ausdauer eine steil ansteigende Performance. Jedoch auch für die eher konservativ Ausgerichteten bietet der Kunstmarkt viele seriöse Möglichkeiten zur sicheren Anlage.

 

Wie lässt sich der aktuelle Wert von bestimmten Kunstwerken ermitteln?

Michael Schultz: Zur Wertermittlung bedienen sich ernsthafte Galerien unterschiedlicher Faktoren. An erster Stelle steht die Begehrlichkeit des Marktes. Je stärker die Nachfrage, desto höher der Preis. Unsere Arbeit besteht im Wesentlichen darin, die Nachfrage auf Kurs zu halten. Hierzu benötigen wir die Hilfe und Unterstützung eines weitumfassenden Netzwerkes. Dazu gehören Museumskuratoren, Kunstkritiker, Auktionatoren und in erster Linie natürlich die Qualität der künstlerischen Arbeiten.

Die große Reisernte I, 2006 Acryl,
Papiercollage auf Leinwand, 290.00 x 200.00 cm
Aktueller Preis 120.000 Euro Ursprungspreis in 2006 12.000 Euro
War 2007 auf einer Auktion bei Christie’s: Schätzpreis 15.000 Pfund, realisierter VK 48.500 Pfund

Gibt es eine offizielle Rangliste bedeutender zeitgenössischer Künstler?

Michael Schultz: Es gibt mehrere Rankings, die durch unterschiedliche Faktoren gefüttert werden. Artfacts (artfacts.net/de) erhebt meiner Ansicht nach die umfangreichsten Daten über einzelne Künstler – ein Top-Ranking, auf das Verlass ist. Gelistet sind dort rund 700.000 Künstler. Wenn es jemand bis zur Position 4.000 geschafft hat, kann man in diesen Künstler getrost investieren.

 

Auf welchem Weg sollte man die Kunstwerke erwerben?

Michael Schultz: Es gibt nur einen Weg, sich eine seriöse Sammlung aufzubauen und dieser führt über eine Galerie. Galeristen sind die wichtigsten Partner für die Karrieren der Künstler. Der Stall, in dem man untergebracht ist, sagt in der Regel schon viel über Bedeutung des Künstlers aus.

 

Wie verkaufe ich Kunstwerke am besten?

Michael Schultz: Zurück zum Galeristen des Vertrauens, und wenn der nicht weiterweiß, ins Auktionshaus. Doch Obacht, die Auktionatoren lassen sich ihren Service stattlich vergüten. Keine Schnellschüsse, denn dann kann es teuer werden.

GERHARD RICHTER Abstraktes Bild (503),
1982 Öl auf Leinwand, 200.00 x 140.00 cm
Aktueller Wert 11.000.000 Euro Ursprungspreis 1982 35.000 DM
2013 wurde das Kunstwerk für 5.400.000 Euro verkauft, und 2016 für 7.000.000 Euro weiterveräußert.

Welche Künstler gehören zu Ihren derzeitigen Favoriten?

Michael Schultz: Im aktuellen Contemporary-Bereich sind dies in erster Linie die aus Korea stammende Künstlerin SEO und die in Berlin beheimatete Malerin Cornelia Schleime. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass Jonathan Meese ein hohes Zukunftspotenzial hat, dasselbe gilt für Gregor Hildebrandt, Alicja Kwade, Edi Rama, der nebenberuflich Premierminister von Albanien ist, sowie der aus Dresden stammende Alleskönner Helge Leiberg. Im konservativen Bereich gibt es für mich vier absolute Topfavoriten, das sind: Gerhard Richter, Georg Baselitz, Robert Rauschenberg und Andy Warhol.

 

Müssen Kunstinvestments besonders gelagert werden oder können sie einfach an die Wand gehängt werden?

Michael Schultz: Es gibt nichts Schöneres,als seine Wertanlage als Trophäe zu Hause an der Wand zu haben. Der tägliche Umgang damit hilft durchs Leben; ich weiß, wovon ich spreche. Wer das nicht möchte, lagert seine Schätze im wohltemperierten Depot einer Kunstspedition.

 

Wie kam es zu den Standorten Seoul und Beijing?

Michael Schultz: Wie vieles in meinem Leben geschah dies durch zufällige Begegnungen und spontane Entscheidungen. Ein aufregender Markt, in dem wir erfolgreich unterwegs sind.

 

Gibt es Unterschiede bezüglich der Kunstmärkte in Asien, Europa und Nordamerika?

Michael Schultz: Die Europäer und Nordamerikaner sammeln mit Herzblut und daher auf lange Sicht, die asiatischen Sammler bevorzugen den schnellen Kick und kaufen und verkaufen ähnlich wie im Aktienhandel.

 

Welches ist das teuerste Kunstwerk derzeit in Ihrer Galerie?

Michael Schultz: ‚Elvis‘, eine Ikone von Andy Warhol. Viele Millionen wert.

 

In welche Künstler haben Sie bereits beträchtliche Summen investiert?

Michael Schultz: Meine Sammlung umfasst derzeit rund 1.200 Werke. Gesammelt wird alles, mit dem ich mich umgebe und womit ich beschäftigt bin. Dazu gehören die obengenannten Künstler, aber auch Andy Denzler, Jean-Yves Klein, Bernd Kirschner und viele andere. Im sogenannten Secondary-Bereich sind die Summen, die investiert werden, viel höher. Mit Gerhard Richter beispielsweise haben wir in den vergangen Jahren sicherlich an die 200 Millionen Euro investiert/umgesetzt.

 

Wie wird sich der Kunstmarkt in Zukunft entwickeln?

Michael Schultz: Das Geschäft mit der Kunst gehört zu den stablisten Investments überhaupt. Der Markt wird sich weiterhin positiv entwickeln; das Ende der Fahnenstange ist, wenn überhaupt, noch lange nicht in Sicht.

ROBERT RAUSCHENBERG Paint Wash (Urban Bourbon),
1994 Acryl auf verspiegeltem Aluminium 246.40 x 124.50 cm
Aktueller Preis 1.100 Euro Ursprungspreis 1994 40.000 Dollar
Jetzt Newsletter abonnieren

Jetzt Newsletter abonnieren

Erfahren Sie, was wichtig ist - mit dem kostenlosen Newsletter des !derivate Magazins

Sie haben sich erfolgreich für den Newsletter angemeldet!