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Die Dividendenjagd hat begonnen

Alle Jahre wieder fängt im Frühjahr die geliebte Dividendenzeit an. Aktionäre können sich dann nicht nur über schöneres Wetter freuen, sondern auch über einen warmen Geldregen in Form von Gewinnausschüttungen. Auch den langfristigen Vergleich müssen dividendenstarke Aktien nicht fürchten. Mit ETFs können Anleger an der Wertentwicklung einfach und transparent partizipieren.

Die Dividendenjagd hat begonnen - Teil 1

Mehr als 29 Milliarden Euro bekommen die Aktionäre von DAX-Unternehmen in diesem Jahr an Dividenden ausgezahlt. Doch nicht alle können sich freuen. Die Ausfälle bei der Deutschen Bank, RWE und vermutlich VW trüben eine ansonsten positive Dividendenbilanz des deutschen Leitindex. 24 der 30 Mitglieder werden ihre Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr erhöhen, nur E.ON kürzt sie. Die Dividendenrendite für den DAX liegt bei ansehnlichen 2,8 Prozent.

Insbesondere in Zeiten von Null- und Strafzinsen sind die Dividenden der Unternehmen ein gern gesehener Ertrag. Auf längere Sicht sind Gewinnausschüttungen aber nicht nur ein kleines Zubrot, sondern bestimmen wesentlich den Erfolg einer Aktienanlage. „Dividenden stellen einen Großteil der Aktienerträge dar. Je nach Aktie können Dividenden langfristig bis zu 50 Prozent der Wertentwicklung ausmachen“, erläutert Heike Fürpaß-Peter, Leiterin des öffentlichen Vertriebs beim ETF-Anbieter Lyxor, die Bedeutung von Ausschüttungen für die Geldanlage. Daher ist die Strategie, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, nicht nur im aktuellen Zinsumfeld attraktiv. Allerdings sind Anleger damit am Aktienmarkt engagiert und gehen meist ein höheres Risiko ein als etwa beim Anleihenkauf.

Nicht nur die Dividendenrendite beachten

Auch die Auswahl von dividendenstarken Aktien und damit die Zusammensetzung von „Dividendenindizes“, die ETFs zugrunde liegen, bestimmen maßgeblich das Chance-Risikoprofil von Index und ETF. Allein die Dividendenrendite ist dabei nicht entscheidend. Das liegt an der Berechnung der Dividendenrendite. Sie wird im Verhältnis von Dividende zum Aktienkurs berechnet und so sorgt entweder eine große Dividendenzahlung oder ein niedriger Aktienkurs für eine hohe Dividendenrendite. Ein Beispiel: Bei den Energieversorgern E.ON und RWE hat der Kursverfall der vergangenen Jahre die Dividendenrendite stets gut aussehen lassen. Nachhaltig ist diese Form der Dividendenrendite aber nicht, sondern sehr ungewiss. Tatsächlich musste RWE die Dividende für 2015 komplett streichen und bietet nun gar keine Dividendenrendite mehr an. Bei E.ON sieht es wirtschaftlich nicht viel besser aus. Auch beim Rivalen haben sinkende Strompreise und eine mangelnde Neuausrichtung in Richtung erneuerbare Energien ihren Tribut gefordert. Jahrelang wurde die Dividende gekürzt und heute liegt sie mit 0,50 Euro um mehr als 50 Prozent niedriger als im Jahr 2012 als noch 1,10 Euro bezahlt wurden. Auch bei E.ON hat der rasante Kursverfall eine immer noch attraktive Dividendenrendite hervorgezaubert – mit 6,1 Prozent ist sie derzeit sogar die höchste aller DAX-Unternehmen. Dividendenrendite und Kursentwicklung sind also zwei Seiten einer Medaille. „Sie müssen sich aber nicht immer konträr entwickeln wie bei den beiden deutschen Versorgern“, erklärt Michael Proffe, Chefanalyst vom Börsendienst Proffes Trend Depot. „In den meisten Fällen zahlen substanzstarke Unternehmen mit verlässlichen Gewinnen ihren Aktionären attraktive Dividenden. Eine hohe Dividendenrendite ist in diesen Fällen auf große und konstante Gewinnausschüttungen zurückzuführen, so Proffe weiter. Das können sich aber nur Firmen leisten, deren operatives Geschäft auch gut läuft und die deshalb entsprechend hohe Gewinne einfahren. Ansonsten wird die Dividende aus der Substanz bezahlt, was langfristig nur schwer aufrecht zu erhalten sein dürfte.

Ausgewählte Anlagezertifikate

Name WKN Auflage AUM in Mio. € Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Gesamtkostenquote Spread [1] Kurs
iShares Euro STOXX Select Dividend 30 263528 03.05.05 461 -8,00% 43,30% 0,31% 0,16% 18,41 €
db x-trackers Global Select Dividend 100 DBX1DG 14.06.07 532 -6,80% 31,20% 0,50% 0,15% 27,17 €
Lyxor ETF SG Global Quality Income LYX0PP 17.12.12 781 -2,60% 23,00% 0,45% 0,38% 122,48 €

[1]: Börse Frankfurt, AUM = Assets under Management, 30.03.2016

Quelle: Derivate Magazin

 

Die Dividendenjagd hat begonnen - Teil 2

Nachhaltigkeit entscheidend für den langfristigen Erfolg

Bei der Auswahl eines Dividenden-ETFs sollten Anleger daher nicht nur die Dividendenrendite für eine Bewertung zugrunde legen. Daher werden bei vielen Dividendenindizes noch andere Auswahlkriterien in Betracht gezogen. Beim Euro STOXX Select Dividend 30, der die Kursentwicklung der 30 dividendenstärksten Aktien innerhalb der Euro-Zone abbildet, sind es etwa die folgenden: Konstante oder steigende Dividenden über einen Zeitraum von fünf Jahren, die Dividendenausschüttung darf nicht mehr als 60 Prozent des Gewinns ausmachen und die Aufnahme der dividendenstärksten Aktien aus verschiedenen Euro-Ländern. Damit soll eine konstante und maßvolle Dividendenpolitik sowie eine Streuung über verschiedene Länder erreicht werden. Die Gewichtung erfolgt nach der jeweiligen Dividendenrendite, ist aber pro Aktie bei 15 Prozent gedeckelt. Frankreich und Deutschland stellen mit 50 Prozent die meisten Unternehmen im Index, bei den Branchen sind Finanzwerte und Versorger stark vertreten.

Outperformance kann sich sehen lassen

Ähnlich ist auch der „große Bruder“, der STOXX Global Select Dividend 100, aufgebaut. Nur werden hier die 100 dividendenstärksten Unternehmen aus Europa, Asien/Pazifik und Nordamerika ausgewählt. US-Werte sind mit rund 21 Prozent am stärksten vertreten. Auch hier nehmen Finanzwerte und Versorger den größten Branchenanteil ein. Mit einer Performance von minus 8 beziehungsweise minus knapp 7 Prozent haben beide Dividendenindizes in den vergangenen 12 Monaten eine deutliche Outperformance zum Euro STOXX 50 geschafft, der rund 18 Prozent eingebüßt hat.

Ein Dividenden-ETF der etwas anderen Art ist der Quality Income-ETF von Lyxor. Hier sind im Gegensatz zu den anderen beiden Indizes keine Finanzdienstleister enthalten. Die infrage kommenden Aktien müssen einen Großteil ihrer Performance mit Dividendenerträgen erwirtschaftet haben, gleichzeitig müssen die Unternehmen operativ effizient und profitabel sein sowie eine starke Bilanz vorweisen können. Außerdem dürfen sie nicht zu klein sein, eine Marktkapitalisierung von drei Milliarden USD ist die Minimumgröße. Die meisten Aktien stammen aus Australien (21 Prozent), zusammen mit den Aktien aus den USA und Großbritannien machen sie mehr als die Hälfte des Index aus. Hier sind die Sektoren Versorger, Telekom und Konsumgüter am stärksten gewichtet. Mit einer aktuellen Jahresperformance von minus 2,6 Prozent weist dieser Dividenden-ETF die beste Performance der vergangenen 12 Monate auf. Die langfristige Performance hat aber gezeigt, dass alle drei ETFs eine defensive Alternative für Aktieninvestoren sein können. Anleger sollten daher nicht nur die anstehende Dividendensaison zum Anlass nehmen, dividendenstarke Investments zu tätigen.

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