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Edelmetalle 2017 – Zwischen Glaskugel und Kaffeesatz

Foto: claffra / iStock

Bedeutende Größen in der Finanzwelt sind für die Entwicklung der Edelmetallpreise in 2017 positiv gestimmt. Dazu gehören beispielsweise der Amerikaner Mark Mobius oder Michael Blumenroth aus Deutschland.

Zu den lebenden Legenden in der Finanzbranche gehört neben Bill Gross (König der Anleihen), Warren Buffett auch Mark Mobius. Letzterer ist der Mann, wenn es um die Börsen in den Emerging Markets geht. Der Vorstandsvorsitzende und Fondsmanager der Templeton Emerging Markets Group geht von einem weiteren Anstieg des Goldpreises um 15 Prozent bis Ende 2017 aus.

Auch Michael Blumenroth, der Gold-Experte aus dem Hause Deutsche Bank ist zuversichtlich für das kommende Jahr. Er und seine Research-Kollegen sehen den Goldpreis Ende 2017 bei circa 1.328 Dollar pro Unze. Blumenroth zufolge lautet die entscheidende Frage: „Wie lange können die Märkte, die vermutlich auch unter Trump weiter wachsende amerikanische Staatsverschuldung sowie die stark steigende Inflationserwartung ignorieren?“ Sollten sie dies irgendwann nicht mehr tun, dann wird Gold, aber auch alle anderen Edelmetalle, wohl deutlich teurer sein als derzeit, ist sich Blumenroth so gut wie sicher. Andere Banken wie Helaba und LBBW gehen gar von einem noch höheren Preis und zwar 1.450 Dollar pro Feinunze Gold aus.

Ebenfalls positiv sieht Roman Krutyanskiy, Country Manager vom Brokerhaus Admiral Markets, die Goldpreisentwicklung: „Wie alle Menschen, sehnen sich Trader nach Sicherheit. Im Angesicht der politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen rund um den Globus zeigt sich Gold als der sichere Hafen für Anleger. Die Nachfrage steigt zunehmend und wird sich voraussichtlich auch im weiteren Verlauf des Jahres 2017 positiv entwickeln. Dennoch ist größte Vorsicht geboten: Im Jahr 2016 verlor Gold um die 20 Prozent an Wert im Vergleich zum Jahreshöchststand.“

Und auch für den Silberpreis gibt es Experten mit genauen Zielvorstellungen: So sieht Ronald Stöferle, Rohstoffanalyst von der Liechtensteiner Incrementum AG, im Fernsehinterview mit dem Deutsch-Schweizer Commodity-TV-Sender und seinem Chefredakteur Jochen Staiger den Preis für eine Unze Silber am Jahresende 2017 bei rund 25 Dollar stehen und damit deutlich höher als dem aktuellen Preis von rund 16,80 Dollar.

Quelle: Ariva.de

Silber hat Nachholbedarf

Laut dem Silver Institute erwartet der Markt für 2016 ein physisches Silber-Defizit von rund 52 Millionen Unzen. Dies wäre das vierte Jahr mit einem Produktionsdefizit in Folge. Im Jahr 2016 betrug der Preis des edlen Metalls im Durchschnitt 17,27 Dollar je Feinunze und war damit um rund 9,86 Prozent höher als im Vorjahr. Da das globale Silberangebot 2016 vermutlich um drei Prozent gesunken ist und dadurch die Angebotslücke steigt, wird auch für 2017 eine positive Entwicklung beim Silberpreis erwartet. Das geringere Silberangebot wurde sowohl durch einen Rückgang der Minenproduktion als auch von der Schrottversorgung verursacht. Die Minenproduktion in 2016 soll mit 887,4 Millionen Unzen Silber knapp sechs Millionen Unzen unter der Produktionsmenge von 2015 liegen.

Wie von Experten erwartet, war vor allem die Solarbranche mit einer neuen Rekordnachfrage von rund 83,3 Millionen Unzen, einer der wichtigsten Abnehmer von Silber. Noch vor 15 Jahren wurden gerade einmal 2 Prozent des Silbers in der Industrie vom Photovoltaik-Sektor benötigt. In 2016 waren es bereits circa 14 Prozent. Auch wenn durch neue Technologien der Silber-Verbrauch je Anlage um 80 Prozent gesunken ist, steigt die Gesamtnachfrage aufgrund der anhaltenden Kapazitätsausweitung weiterhin an.

Gold-Silber-Ratio

Die Gold-Silber-Ratio (GSR) stellt den Goldpreis ins Verhältnis zum Silberpreis. Oder noch einfacher: Sie drückt aus, wie vieler Unzen Silber es bedarf, um eine Unze Gold zu erwerben. Der Goldpreis wird dabei durch den Silberpreis geteilt. Die GSR dient häufig als Indikator für einen Trendwechsel bei den Edelmetallen. Vor der Umkehr zu höheren Kursen nimmt die GSR oft einen relativ hohen Wert an. Umgekehrt steigt häufig die Wahrscheinlichkeit einer anstehenden Konsolidierung, wenn die GSR einen relativ niedrigen Wert angenommen hat. War die GSR im Dezember noch unter die 70er-Marke gefallen, so kann sie sich seit Jahresanfang darüber halten. Sollte die Marke von rund 72,8 Punkten überschritten werden, ist aus charttechnischer Sicht der Weg in Richtung 80 Punkten offen.

Quelle: Ariva.de
Positive vorzeichen

Der Gegenwind, welcher den Edelmetallen Ende 2016 aufgrund der Aufwertung des Dollars sowie des weiteren Anstiegs der Anleihenrenditen entgegenblies, sollte in den kommenden Monaten wieder etwas abflauen. Daneben dürfte die Investmentnachfrage nach Gold und Silber sowohl aufgrund der steigenden globalen politischen Risiken als auch über eine weiter steigende Nachfrage vor allem aus Asien wieder anwachsen.

Privatanleger können Edelmetalle übrigens bequem und günstig als CFDs über bekannte Broker wie Admiral Markets oder IG Markets, aber auch über Zertifikate oder ETFs/ETCs der großen Emittenten wie beispielsweise Deutsche Bank, BNP Paribas oder HSBC handeln. Wer ein Edelmetall nicht nur handeln möchte, sondern als Krisengeld oder sicheren Vermögensschutz betrachtet, der sollte sich näher mit den unterschiedlichen Investments beschäftigen und nicht nur auf den Kaufpreis achten. Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen und weisen daher im Gegensatz zu den ETFs und ETCs ein Emittentenrisiko auf. Bei einer Insolvenz könnte somit das Geld weg sein. ETFs wie ETCs sind dagegen Sondervermögen und hinterlegen meist auch die Anlage physisch. Beides verursacht aber deutlich höhere Kosten. Bei CFDs kann der Anleger im Gegensatz zu den beiden anderen Anlageinstrumenten seine Produkte nicht unabhängig über die Börse veräußern und sollte daher ganz genau seinen Handelspartner, das jeweilige Brokerhaus, vor der Zusammenarbeit prüfen.

Auswahl an Finanzprodukten auf Silber & Gold

Name Produkt WKN Management Währungsrisiko Kurs
Gold ETC ETC PS7G0L BNP Paribas ja 113,87 EUR
Gold X-pert Quanto Zertifikat DB0SEX Deutsche Bank X-markets nein 98,33 EUR
iShares Silver Trust ETF A0JMD6 iShares ja 14,93 USD
db Physical Silver (hedged) ETC A1EK0J db-X ETC nein 119,33

Quelle: Ariva.de, Stand: 13.01.2017

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