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European Lithium Ltd. — Lithium für Europa aus Europa

European Lithium Ltd. — Lithium für Europa aus Europa
Die börsennotierte australisch-europäische European Lithium Ltd. besitzt und entwickelt im österreichischen Wolfsberg bei Graz eines der aussichtsreichsten Lithiumprojekte Europas. Entstanden ist diese umfangreich ausgebaute Explorationsmine aus staatlichen Rohstoffaktivitäten in der 1980er Jahren. Die Gesellschaft plant, dort ab 2020 80 000–100 000 Tonnen batteriefähiges Lithium zu fördern. Es wäre die erste produzierende Lithiummine ihrer Art in Europa. Aktuell wird Lithium vor allem in Australien und Südamerika gefördert und fast die gesamte Veredelung zu batteriefähigem Material erfolgt in China. 25 % der Nachfrage kommt bereits heute aus Europa und aktuell sind zirka 10 weitere Batteriewerke in Europa im Bau bzw. projektiert. Politik und Industrie fördern daher die lokale Lithiumproduktion.
Herr Müller, herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe. Wie kam es dazu?

Stefan Müller: Danke. European Lithium ist zwar eine australische Gesellschaft, aber sowohl das Projekt selbst als auch eine immer größer werdende Zahl von Aktionären befinden sich in Europa, ein starker Fokus auf den Kapitalmarkt ist daher eine logische Konsequenz. In der Regel „bewerben“ ausländische Rohstoffunternehmen ihre Projekte hier mit inzwischen sehr kritisch gesehenen Kampagnen und erreichen so nur eine bestimmte Gruppe zumeist kleiner und tradingorientierter Privatanleger. Bei European Lithium dagegen verfolgen wir einen umfassenden Investor-Relations-Ansatz. Das Unternehmen präsentiert sich Investoren wie eine lokale Gesellschaft. Information und Kommunikation erfolgt seriös, aus erster Hand in deutscher Sprache und nicht durch sogenannte „Promoter“. Die Umsetzung dieser Investor-Relations-Strategie liegt in meiner Verantwortung.

Ist dieser Aufwand denn nötig bzw. messbar?

Stefan Müller: Mit dem Listing an der Wiener Börse und der kürzlich größtenteils mit europäischen Investoren durchgeführten Kapitalerhöhung wurde das hiesige Interesse an der wohl ersten Mine für batteriefähiges Lithium nochmals bestätigt. Ohnehin verzeichnen wir seit Monaten stetig steigende Umsätze in Europa, und es handeln hier inzwischen regelmäßig mehr Aktien als in Australien. Hinzu kommt, dass Australien inzischen über eine Vielzahl eigener Lithiumminen verfügt und die dortigen Investoren sich natürlich eher auf diese lokalen Gesellschaften konzentrieren. European Lithium wird seine Kapitalmarktaktivitäten daher mehr und mehr auf Europa fokussieren.

Zum Projekt selbst: Was sind die nächsten Schritte?

Stefan Müller: Wir haben vor kurzem die für die Entwicklung hin zur Lithiumförderung wichtige PFS (vorläufige Machbarkeitsstudie) in Auftrag gegeben. Zweck dieser von einem unabhängigen spezialisierten Unternehmen durchgeführten Studie ist es, die ökonomische Machbarkeit des Minenbetriebs darzustellen. Darüber hinaus unterliegt die PFS gewissen rechtlichen Vorgaben, weshalb erst das Ergebnis für viele institutionelle Investoren wohl den Beginn und die Grundlage eines möglichen Investmentprozesses darstellen wird.

Wann erwarten Sie Ergebnisse und wie werden sie ausfallen?

Stefan Müller: Die Studie wird voraussichtlich im Februar fertig gestellt sein. Wir haben bereits Anfang des Jahres eine ähnliche Studie für interne Zwecke in Auftrag gegeben und deren Ergebnisse auch im April veröffentlicht. Kernaussagen darin sind eine zu erwartende Jahresproduktion von 80 000 bis 100 000 Tonnen batteriefähigen Lithiums und eine aktuelle Projektbewertung von zirka 75 Mio. Euro. Wir gehen davon aus, dass die nun in Auftrag gegebene offizielle Studie nicht wesentlich von diesen Ergebnissen abweichen wird. Aktuell wird die Gesellschaft an der Börse mit zirka 20 Mio. Euro bewertet.

Ein positives Ergebnis vorausgesetzt, bedeutet dies, dass Sie im Frühjahr 2018 mit dem Bau der Mine beginnen können?

Stefan Müller: Vom Prinzip her ja. Aber der Umsetzung eines solchen Projektes geht neben der umfangreichen Planungsphase natürlich auch die Wahl der Finanzierungsform für den Bau der Mine voraus. Wir planen aktuell mit dem Beginn der Lithiumförderung in der ersten Hälfte 2020.

Gibt es für die Finanzierung schon konkrete Ideen?

Stefan Müller: Natürlich, neben einer klassischen Bankenfinanzierung könnten wir uns z.B. vorstellen mit einem strategischen Parter, z.B. aus der lithiumverarbeitenden Industrie, zusammen zu arbeiten. Hier führen wir Gespräche in alle Richtungen und es gibt bereits jetzt mehrere Interessenten für den Erwerb unseres Lithiums. Darüber hinaus ist es in der Rohstoffindustrie durchaus üblich, dass Minenprojekte, wenn sie ein entsprechendes Stadium erreicht haben, von einem der großen Minenbetreiber übernommen und zu Ende entwickelt werden.

Welches ist Ihr „Wunschszenario“?

Stefan Müller: Nun, da wir ein börsennotiertes Unternehmen sind, entscheiden letztendlich die Aktionäre und wir werden versuchen, den größtmöglichen Wert für deren Investment zu erzielen. Lithium und alles darum herum, vor allem natürlich die E-Mobilität, sind aktuell in allem Munde. Ganze Industriezweige stehen vor dem Umbruch, Weltkonzerne müssen komplett umdenken und alles ist in Bewegung. Wir sehen uns daher mit unserem Projekt hier in Europa in einer sehr komfortablen Situation und können aus einer relativ souveränen Position heraus agieren.

Stefan Müller Geschäftsführer der Frankfurter Investment-Banking-Boutique DGWA GmbH, ist seit kurzem Non-Executive Director von European Lithium und koordiniert die europäischen Kapitalmarktaktivitäten der Gesellschaft.

 

http://dgwa.org

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