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Gipfel und Täler

Foto: RNMitra / iStock
Mehr denn je gilt es für CFD-Anleger einige wichtige Punkte bei der Brokerwahl zu beachten.

Der Handel mit CFDs verspricht große Gewinne. Das hohe Risiko hat bereits die Finanzbehörden alarmiert. Das Derivate Magazin zeigt, worauf Anleger achten sollten, wenn sie mit CFDs auf den schnellen Euro hoffen. Montag, 10.30 Uhr. Die neue Börsenwoche ist eineinhalb Stunden alt, der DAX steht bei 12.050 Punkten. Seit Wochen kommt der Markt nicht richtig vom Fleck und schwankt in einer Bandbreite von rund 100 Punkten. US-Präsident Trump müsse liefern, heißt es auf dem Parkett. Macht er seine hehren Worte nicht zu Taten, droht den Märkten eine scharfe Korrektur. Berthold Schütt sieht die Chance gekommen, fallende Kurse in hohe Gewinne umzumünzen. Mit Contracts for Difference (CFDs) fühlt er sich bestens gerüstet, denn mit diesen Finanzvehikeln kann er bei kleinem Einsatz hohe Summen bewegen. Per Mausklick verkauft er 10 Kontrakte – und handelt einen Wert von 120.500 Euro. Wenige Sekunden nach Schütts Einstieg verliert Deutschlands wichtigster Aktienindex zehn Punkte. Schütt freut sich, seine Position ist 100 Euro mehr wert. Die Freude währt nur kurz, denn drei Stunden später wechselt die Richtung nordwärts und der DAX notiert 40 Punkte höher – und sein Konto 400 Euro niedriger. Frustriert schaltet Hobby-Trader Schütt den Monitor aus, seine Position schließen mag er nicht, zumal er bei 12.120 Punkten seine Stopp-Loss-Marke gesetzt hat. Mehr als 700 Euro will er nicht verlieren. Tags darauf schießt der Blutdruck des leidenschaftlichen Schachspielers erneut in die Höhe. Der DAX übersteigt die Marke von 12.100 Punkten, die Position steht kurz vor dem kostspieligen Exitus. Doch Schütt hat Glück: Der Blue-Chip-Index dreht bei 12.108 Punkten ab und landet am Ende des Tages mehr als 200 Punkte tiefer. Erleichtert schließt Schütt seine Position, genießt einen italienischen Rotwein und ist 1.600 Euro reicher.

Hohe Hebel
Das Beispiel zeigt: Freud und Leid liegen beim Handel mit CFDs nahe beieinander. Es ist das schnelle Geschäft mit ebenso schnellen Marktbewegungen. Selbst im Sekundentakt sind erhebliche Gewinne – aber auch Verluste – möglich. Anleger zahlen nämlich nur einen Bruchteil der Investitionssumme und setzen ausschließlich auf die Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs eines Basiswerts. Anders als beim Aktienhandel müssen Trader für ihre Handelsposition nämlich nur eine Sicherheitsleistung, kurz Margin, hinterlegen. Schütt etwa genügten 1.205 Euro, um mit der hundertfachen Summe zu jonglieren. Ebenfalls anders als bei Aktien findet der CFD-Handel außerhalb des geregelten Marktes statt. Käufe und Verkäufe werden direkt mit dem Broker abgewickelt, der die Konditionen festlegt und unterschiedlichste Handelsmöglichkeiten bietet. CFD-Trader sollten daher genau prüfen, welchen Anbieter sie wählen. Im Markt tummeln sich neben Spezialisten auch klassische Online-Banken. Gute Anbieter wie der internationale CFD-Broker Admiral Markets oder IG punkten mit einer breiten Produktpalette und einer deutschsprachigen Kunden-Hotline. Beide bieten zudem einen umfassenden Support für die Handelssoftware sowie regelmäßige Webinare und Schulungen. Die Admiral Markets Group ist weltweit aktiv und zählt zu den größten Forex- und CFD-Anbietern für Privatkunden. IG wiederum ist bereits seit mehr als 40 Jahren am Markt und offeriert mit mehr als 10.000 Basiswerten eines der umfangreichsten Angebote am Markt.
Aufs Kleingedruckte achten
Der Kontoeröffnungsprozess läuft online und unkompliziert. Bevor echte Euros eingesetzt werden, sollten sich Anleger über ein Demo-Konto mit den Eigenheiten des CFD-Handels vertraut machen, um teure Fehler zu vermeiden. Fast alle Anbieter ermöglichen Spielgeld-Investments unter Realbedingungen. Admiral Markets etwa bietet ein kostenloses und zeitlich unbegrenzt nutzbares Demokonto. Wie hoch die Gebühren für den Handel sind, welche Einlagensicherung greift und ob das eingezahlte Geld separat vom Vermögen des CFD-Anbieters aufbewahrt wird und damit im Insolvenzfall geschützt ist, sind weitere wichtige Punkte bei der Brokerwahl.
Wichtig sind auch diese Aspekte
Spread beim CFD-Handel Meist unterscheiden sich die An- und Verkaufskurse bei Standard-Basiswerten wie Aktien, Devisen und Rohstoffen bei den verschiedenen CFD-Brokern zwar nur wenig. Wer Differenzkontrakte auf Indizes handeln möchte, sollte indes genauer hinsehen. Bei Admiral Markets etwa liegt der typische Spread für den DAX bei nur 0,8 Punkten. Ausgleichszahlungen für Übernacht-Positionen Wer seine Positionen über den Handelsschluss hinaus hält, muss Ausgleichszahlungen leisten. Hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern.
Risiko-Management
Verlustbegrenzung ist beim Handel mit CFDs erste Anlegerpflicht. Risikomanagement-Tools wie Trailing-Stops, Stop-Loss-Orders, Limit-Orders und Take-Profit-Orders sollten verfügbar und individuell einstellbar sein. Eine vierjährige Studie der französischen Finanzmarktaufsicht AMF, die im Jahr 2014 publiziert wurde, zeigt die Brisanz der Verlustbegrenzung. Im Schnitt verlor ein CFD-Investor einen Betrag von 10.887 Euro. 89 Prozent der 14.800 Befragten verzeichneten Verluste, wobei diese bei den einzelnen Investoren im Schnitt viel höher ausfielen als die Überschüsse je Anleger in der viel kleineren Gruppe der Gewinner.
Umstrittene Nachschusspflicht
Gleichwohl hat sich die Anzahl der CFD-Konten hierzulande im vergangenen Jahr auf 173.587 Stück erhöht – 37 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig gingen sowohl das Handelsvolumen als auch die Anzahl der getätigten Transaktionen zurück: Nach Angaben des deutschen CFD-Verbandes kamen die rund 68,6 Millionen Geschäfte auf einen Gesamtwert von 1,85 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von rund sechs Prozent. Pro Transaktion wurden durchschnittlich 26.938 Euro bewegt. Mit einem Anteil von 90 Prozent waren Aktienindizes die beliebtesten Basiswerte. Negativ auf das Handelsvolumen hat sich nicht zuletzt die Diskussion über ein mögliches Verbot von CFDs mit Nachschusspflicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ausgewirkt. Die Nachschusspflicht bedeutet, dass neues Geld auf das CFD-Konto überwiesen werden muss, sobald die Gefahr besteht, dass der Kontostand ins Minus rutscht – zum Beispiel, weil beispielsweise der Index, auf den man gesetzt hat, weiter gen Süden tendiert und die Verluste das eingezahlte Kapital übersteigen. Dem will die BaFin einen Riegel vorschieben. Im Dezember hatte die Finanzaufsicht verkündet, den Verkauf von CFDs mit Nachschusspflicht aus Anlegerschutzgründen verbieten zu wollen. Der CFD-Verband signalisierte Entgegenkommen. „Die Mitglieder haben sich im vergangenen Jahr einen Transparenz- und Fairnesskodex auferlegt“, beschwichtigte Geschäftsführer Rafael Neustadt, „dieser könnte 2017 um weitere Regeln für Produkte mit Nachschusspflicht nachgebessert werden.“ Das Geschäft mit den Differenzkontrakten bleibt also spannend – nicht nur für Trader.
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