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Lithium – Begehrtes Leichtmetall

Foto: Kseniya Ragozina / Fotolia

Elektroautos, erneuerbare Energien und die zunehmende Digitalisierung treiben die Nachfrage nach Lithium. Investitionen in diesen Boom-Markt sind allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Der Wandel zur Elektromobilität und nachhaltigen Energiegewinnung ist längst von der Vision zur Wirklichkeit geworden. Volkswagen schätzt, dass die neue Automobilgeneration auf den Schlüsselmärkten der Europäischen Union, den USA und China ab 2025 einen Marktanteil von 25 Prozent auf sich vereinen werden. Fünf Jahre später könnte sogar bereits fast jedes Zweite verkaufte Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden.
Lithium-Ionen-Akkus rücken damit immer mehr in den Fokus, denn sie haben erhebliche Vorteile: Diese Energiespender verfügen über eine deutlich bessere Speicherfähigkeit als herkömmliche Batterien und haben gleichzeitig mehr Leistung bei kleinerer Bauweise.
Entsprechend stark dürfte die Nachfrage nach Lithium steigen: Einer Studie der Deutschen Bank zufolge soll sie sich in den kommenden zehn Jahren vervierfachen. Der Lithium-Preis spiegelt diese Entwicklung längst wider, die Preise für das begehrte Leichtmetall sind deutlich gestiegen: Je nach Qualität wurden am Weltmarkt im Frühherbst bis zu 14.000 Dollar je Tonne gezahlt. Zum Vergleich: Eine Tonne Lithiumkarbonat mit einer Reinheit von 99,5 Prozent – so viel ist für die Verwendung in Batterien notwendig – wurde im Herbst vergangenen Jahres noch mit rund 7.500 Dollar gehandelt.
Experten raten jedoch, diese Notierungen aufgrund der Marktenge mit Vorsicht zu behandeln. Zudem wird der Rohstoff nicht an den internationalen Rohstoffbörsen gehandelt. Der Spotmarkt in China etwa gleicht mehr einem auktionsgetriebenen Schattenmarkt, gibt die australische Investmentbank Macquarie zu bedenken. Gleichwohl ist Lithium auch an den geregelteren Märkten von rund 6.000 auf zuletzt 7.500 Dollar gestiegen.

Lithium statt Marihuana
Der Lithium-Hype hat die Kurse vieler Minengesellschaften in die Höhe getrieben. Ein extremes Beispiel ist die kanadische Millenium Lithium, die zwischen dem Beginn dieses Jahres und Ende September von einem Euro-Cent auf 1,30 Euro explodiert ist. Risikobewusste Anleger sollten genau prüfen, wo sie investieren. So hat mehr als die Hälfte der aktuell rund 20 börsennotierten Gesellschaften den Begriff Lithium erst in den vergangenen 14 Monaten in den Namen aufgenommen. Kaum eines dieser Unternehmen hat bislang etwas mit dem begehrten Rohstoff umgesetzt. U.S. Lithium Corp etwa konzentrierte sich im letzten Jahr noch auf den Handel mit Marihuana. Viele andere erzielen keine Umsätze und werden auch erst in ferner Zukunft die Produktion aufnehmen können.

Derzeit gibt es kein Unternehmen, das ausschließlich Lithium fördert und börsennotiert ist. Selbst die chilenische Sociedad Quimica, die mit den US-Produzenten Albemarle und FMC Corp zu den Marktführern zählt, erwirtschaftet nur rund ein Fünftel ihrer Umsätze mit der Lithiumförderung.

Wer wegen des erhöhten Risikos lieber breit gestreut im Lithium-Sektor investieren will, findet im Solactive Lithium Performance-Index (ISIN DE000A1CQ7A7) eine mögliche Alternative. Der Auswahlpool bildet die Kursentwicklung der 25 größten börsennotierten Unternehmen ab, deren Fokus auf der Exploration, dem Abbau und/oder der Investition in den Rohstoff liegt. Weitere Informationen können auf den Internetseiten der Solactive AG unter solactive.com eingesehen werden. Nach den enormen Kurssteigerungen seit Jahresbeginn sehen Analysten zumindest kurzfristig nur sehr begrenztes Potenzial – zumal die Lithiumproduktion im Zuge der Zunahme neuer Minenbetreiber deutlich steigen dürfte.

Wachsende Nachfrage
Mittel- bis langfristig könnte der Bedarf indes die Produktion übersteigen. So vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Elektrofahrzeugpläne großer Konzerne bekannt gegeben werden. Samsung SDI etwa hat im Spätsommer den Bau einer neuen Batteriefabrik in Ungarn für 360 Millionen Euro bekannt gegeben. Zudem sollen dort ab 2018 jährlich 50.000 Elektroautos vom Band rollen.

China produzierte in diesem Jahr bis Ende Juli rund 162.000 Elektroautos – rund zwei Drittel mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig steigt in den USA der Absatz von Tesla-Fahrzeugen. Auf Basis der aktuellen Prognosen, errechnet die Barings-Bank, bräuchte Tesla allein mehr Lithium, als Apple jemals in sämtlichen iPhones verbaute. Anders ausgedrückt: Um die geplanten 500.000 Autos pro Jahr wirklich bauen zu können, würde Tesla den gesamten weltweiten Jahresausstoß an Lithium-Ionen-Batterien benötigen.

Derweil beziffert der Volkwagen-Konzern in seiner „Strategy 2025“-Präsentation den Bedarf an Autobatterien auf 150 Gigawattstunden, was die gesamte Speicherkapazität der in diesem Jahr auf der Welt produzierten Autobatterien übertrifft und ein knappes Drittel der globalen Autobatteriekapazitäten des Jahres 2025 von 530 Gigawattstunden bedeuten würde.

Risiken beachten
So verwundert es kaum, dass die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs den Lithiumbedarf im Jahr 2025 auf das Elffache des Niveaus von 2014 ansteigen sieht. Doch ist es nicht nur der Trend zum Elektrofahrzeug, der die Lithium-Nachfrage in die Höhe treibt. Auch die zunehmende Digitalisierung, allen voran Notebooks und Smartphones und ebenso die erneuerbaren Energien benötigen das Leichtmetall.

Die im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellte Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien 2016“ des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung geht davon aus, dass die „Industrie 4.0“ genannte Verschmelzung von IT-Technik und Industrieproduktion den Bedarf an bestimmten Rohstoffen weiter erhöhen dürfte.

So wichtig Lithium für die Industrie und Wirtschaft sein mag – im Bereich der Geldanlage ist es mit besonderen Risiken behaftet. Angesichts der extremen Preis- und Kursschwankungen sind gute Nerven gefragt. Zudem dürfte es nicht im Interesse der Produzenten liegen, den Lithiumpreis allzu schnell steigen zu lassen, um das Entstehen neuer Konkurrenten und die Suche nach Alternativen in Grenzen zu halten. Daher wird man wohl erst in ein paar Jahren wissen, ob momentan der richtige Einstiegszeitpunkt ist.

News aus der Rohstoff-Welt

Der Spätherbst ist Messezeit. Auch 2016 finden Ende Oktober/Anfang November zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Rohstoffe und Edelmetalle statt. Das Team des Derivate Magazins analysiert bereits im Vorfeld der Events, bei welchen Unternehmen es sich lohnen könnte, dem jeweiligen Management einen Besuch am Messestand abzustatten. Termine  mit  Veranstaltungsorten in Frankfurt, München und Zürich sind übrigens auf Seite 6 zu finden.

Birimian Ltd.

Birimian_Logo

Lithium ist der Energierohstoff des 21. Jahrhunderts. Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten und die Nachfrage nach Lithium entwickelt sich sehr dynamisch nach oben. Davon profitieren sollte die australische Gold-Lithium-Gesellschaft Birimian Ltd. als Multi-Rohstoff-Explorationsunternehmen. Exploriert werden 2.000 km2 hoch prospektiver Gebiete in Mali und Liberia. Birimians Projekte in Südmali sind das Bougouni-Lithium-Projekt, das fortgeschrittene Massigui- Gold Projekt sowie das Dankassa-Gold-Projekt.

birimiangold.com

Voltaic Minerals

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Dort, wo Öl-Sucher bereits gescheitert sind, sieht Voltaic Minerals Corp. eine neue Energiequelle sprudeln: Lithium. Auf dem Green Energy Project in Utah (USA) wurden mehr als 100 Ölquellen gebohrt. Die meisten waren unwirtschaftlich, weil sogenannte Ölfeld-Solen die Förderung behinderten. Auf diese übersättigten Solen hat es Voltaic abgesehen, denn historische Daten deuten auf extrem hohe Lithiumgehalte. Berichten zufolge könnte die Solequelle mit mehr als 30.000 Barrel an Solen pro Tag fließen – dank natürlichem Druck ohne Pumpen. Voltaic macht sich in Kürze startklar für Tiefenbohrungen.
 
voltaicminerals.com

Rogue Resources


LogoRogueResources
 
Ein Steinbruch namens Rogue Resources ist angetreten, für seine Aktionäre möglichst einfach Gewinne zu erzielen: CEO Samson hatte seine Erfahrungen bei erfolglosen großen Bergbauunternehmen. Seine Schlussfolgerung: Keine großen Bergwerke, sondern ein kleines, leicht umsetzbares Projekt. Small Mining in Quebec – das Mineral ist Silikat, das nur gebrochen, zerkleinert und dann verkauft wird. Die vorläufige wirtschaftliche Einschätzung bestätiget eine Rentabilität von 40 Prozent vor Steuern und einen Projektwert von fast 40 Mio. Dollar.
 
rogueresources.ca

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