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LITHIUM

Foto: warlow-keats / iStock

Lithium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Li und der Ordnungszahl 3. Das Leichtmetall gehört zur Gruppe der Alkalimetalle und besitzt die geringste Dichte aller bekannten festen Elemente. Es ist nur etwa halb so schwer wie Wasser, von Natur aus silberweiß und relativ weich. Lithium ist hochreaktiv, weshalb es in der freien Natur im Grunde genommen immer als Lithiumverbindung vorkommt.

Die Internationale Energieagentur prognostiziert für den Absatz von Elektrofahrzeugen ein starkes Wachstum. Im Jahr 2020 sollen 9 Millionen Elektroautos weltweit durch die Straßen fahren – 2025 sollen es bereits 75 Millionen sein. Das bedeutet: Die Fahrt in ein neues Lithium-Zeitalter hat gerade erst begonnen!

Die Basis nahezu aller modernen Mobilgeräte geht auf eine Erfindung aus dem Jahre 1980 zurück. Zwar wurde bereits in den Siebzigerjahren das grundlegende Funktionsprinzip der reversiblen Alkalimetallionen-Interkalation in Kohlenstoff-Elektroden sowie oxidische Elektroden und deren Anwendung in Lithium-Batterien an der TU München erforscht und veröffentlicht, die praktische Anwendbarkeit als Elektroden für Lithium-Batterien wurde damals jedoch noch nicht erkannt. Mit der Entdeckung zur Eignung als Elektrodenmaterial lancierte die Forschergruppe um John B. Goodenough an der University of Oxford im Jahre 1980 eine wahre Revolution. Etwa elf Jahre später setzte Sony diese Erfindung in einer Videokamera ein – der erste kommerzielle Lithium-Ionen- Akku war erhältlich.

Mobile Energiespeicher
Versorgten die leichten Lithium-Ionen-Akkus anfangs hauptsächlich tragbare Geräte mit hohem Energiebedarf wie Mobiltelefone, Tablets, Digitalkameras, Camcorder und Notebooks, sind sie mittlerweile auch in Bereichen anzutreffen, in denen das Gewicht und die Größe der Akkumulatoren eher zu vernachlässigen ist. Entsprechend dienen sie bei der Elektromobilität als Energiespeicher für E-Bikes, Elektroautos, moderne Elektrorollstühle und Hybridfahrzeuge.
Bewiesene Tauglichkeit im Straßenverkehr
Dank den speziellen Eigenschaften von Lithium kann die Batterie sehr viel Energie speichern und ist dabei trotzdem ein Leichtgewicht. Tesla beispielsweise konnte durch die industrielle Branchenentfaltung der Lithium-Ionen-Batterie größere Akkumulatortypen verbauen und mit dem Tesla Roadster ein taugliches Elektrofahrzeug erfolgreich auf die Straße bringen. Doch neben Tesla sind nun auch viele weitere Automobilhersteller auf den Geschmack gekommen. Auch wenn es hier durchaus Ansätze wie die Verwendung von Brennstoffzellen gibt, so wird die Lithium-Ionen-Batterie aufgrund sinkender Kosten immer relevanter.

Allein in den letzten zehn Jahren sind die Kosten für Lithium-Ionen-Akkus um über 80 Prozent zurückgegangen. Die Batterie-Kosten errechnen sich pro Kilowattstunde Kapazität. Das bedeutet, je mehr Leistung der Akku bringt, desto kostspieliger ist er.

Länder und Unternehmen auf dem Vormarsch
Nun sind Elektroautos nicht mehr unbedingt als Exoten im Straßenverkehr zu bezeichnen, jedoch gehen sie aufgrund der bisher vergleichsweise geringen Verkaufszahlen unter. Doch die eingeschlagene Richtung der Hersteller – auch aufgrund des steigenden Bedürfnisses der Nachfrager – ist deutlich zu vernehmen. Insbesondere auch durch die Ankündigung von Ländern wie Frankreich, den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren bis 2040 einzustellen. Großbritannien will ebenfalls bis 2040 den Verkauf von Dieselfahrzeugen und Benzinern verbieten. Indien dagegen plant, bereits ab dem Jahr 2030 nur noch Elektroautos neu zuzulassen. Norwegen dagegen hat verkündet, dass ab 2025 alle Neufahrzeuge emissionsfrei sein sollen. Schon jetzt machen dort Elektroautos 29 Prozent der Verkäufe aus – der mit Abstand höchste Anteil weltweit. Und nun melden sich auch schon die ersten Automobilhersteller zu Wort: Der schwedische Produzent Volvo hat angekündigt, ab 2019 nur noch Hybrid- oder Elektroautos zu produzieren und anzubieten.
Große Ambitionen
Anders läuft es in China. Hier fahren 40 Prozent der in 2016 weltweit verkauften Elektroautos. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) sind in China außerdem 200 Millionen elektrische Zweiräder und 300.000 Busse mit Elektroantrieb unterwegs. Bereits ab dem Jahr 2019 sollen Autobauer im Land der Mitte verpflichtende Mindestziele für den Anteil alternativer Antriebe in Produktion und Verkauf einhalten. Mit anderen Worten: 2019 sollen die dort produzierenden Autobauer eine 10-Prozent-Quote für Elektroautos auf Chinas Straßen erfüllen, ab 2020 dann sogar 12 Prozent.

Damit zwingt die Regierung in Peking die Hersteller und Importeure zu immer größeren Investitionen für immer höhere Verkaufsanteile, pumpt dafür jedoch Milliarden in die Infrastruktur. So sollen in diesem Jahr 800.000 und bis 2020 rund 5 Millionen Ladesäulen aufgestellt werden. Entsprechend müssen neue Gebäude mit Chargern ausgerüstet sein Nur gut, dass chinesische Autos bei Qualität und Design aufgeholt haben und sich derzeit zu einer Macht bei der Elektromobilität entwickeln.

Steigende Nachfrage
Derartige Ankündigungen wirkten sich zuletzt aus Anlegersicht äußerst positiv auf den Preis für Lithium aus und bestätigten diejenigen, die auf den Wechsel in der Automobilbranche von Benzin- und Diesel zu Elektroautos setzten. Denn am stärksten reagierten jene Metalle auf den Aufstieg des Elektroantriebs, die in Batterien verwendet werden. Schließlich wird die Elektroauto-Branche in Zukunft sehr große Mengen Lithium kaufen müssen, um Millionen neue Fahrzeuge ausstatten zu können.

Da Lithium vor wenigen Jahren eher weniger nachgefragt wurde, investierten die Minenunternehmen auch kaum in die Erschließung neuer Vorkommen. Heute, wo rund 30 Prozent der Lithium-Produktion für Batterien verwendet wird, ist dies anders. Schätzungen gehen davon aus, dass dieser Wert bis zum Jahr 2025 auf 70 Prozent ansteigen dürfte. Daher versuchen weltweit zahlreiche Minenunternehmen, ihre Förderung so schnell wie möglich hochzufahren, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Betrug die weltweite Lithiumförderung im Jahr 2015 rund 175.000 Tonnen LCE (Lithiumcarbonat-Äquivalent), gehen Studien davon aus, dass diese bis 2020 auf etwa 360.000 Tonnen LCE und bis 2025 auf über 650.000 Tonnen LCE ansteigen könnte. Laut dem Analysehaus Morningstar würden dann jedoch zu diesem Zeitpunkt mehr als 100.000 Tonnen LCE fehlen, denn die Nachfragemenge dürfte gemäß der Prognose im Jahr 2025 bei 775.000 Tonnen LCE liegen.

Überdurchschnittliche Renditen im Visier
Insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Bemühungen, dem Klimawandel entgegenzuwirken, könnten Batterien zu einem der wichtigsten Faktoren im Wirtschaftswettbewerb dieses Jahrhunderts werden. Schließlich ist Lithium spätestens seit Bekanntwerden der Pläne von Tesla, ab 2018 in seiner Gigafactory Akkus für bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr bauen zu wollen, in aller Munde.

Wenn die Gigafactory in 2018 fertiggestellt wird, sollen auf der 530.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche nicht viel mehr als Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos hergestellt werden. Weil der Automobilhersteller Tesla und sein japanischer Partner Panasonic stark darauf setzen, dass E-Autos in den kommenden Jahren die Welt erobern und deshalb Unmengen von Batterien benötigt werden, lassen sie sich die gigantische Fabrik auch fünf Milliarden Dollar kosten. Damit der Plan aufgeht, muss viel Lithium zur Verfügung stehen – viel mehr, als derzeit gefördert wird.

Unterstützt durch den Siegeszug elektronischer Geräte wird Lithium daher von Analystenseite bereits als „zweites Schiermittel der Weltwirtschaft“ – neben Erdöl – bezeichnet. Und so prognostizieren zahlreiche Marktteilnehmer dem silbrigweiß glänzenden Metall weiterhin kräftig anziehende Preise und versprechen sich überdurchschnittliche Renditen bei Investitionen in die Lithiumbranche.

Lagerstätten von Lithium
Zwei verschiedene Quellen bieten sich im Allgemeinen zur Gewinnung von Lithium an: Salzlaken- oder Sole-Vorkommen sowie Hartgestein-Pegmatit-Vorkommen. Bei letzterem werden Lithiumverbindungen nicht aus dem Salz von Seen, sondern aus Spodumen, einem lithiumführenden Aluminium-Silikat-Mineral gewonnen. Derzeit stammen jedoch rund 40 Prozent der globalen Lithiumproduktion aus einem Salzsee in der nordchilenischen Provinz Antofagasta, dem Salar de Atacama.

So sollen sich nach Schätzungen des US Geological Survey rund 65 Prozent des weltweit etwa 40 Millionen Tonnen förderbaren Lithiums allein in Argentinien, Bolivien und Chile befinden. Inklusive der Produktion in Australien liefern diese vier Länder derzeit rund 80 Prozent der weltweiten Lithiumförderung. Die geschätzten Ressourcen in Gesteinen oder Salzseen würden selbst dann noch 200 Jahre oder länger reichen, wenn sich die Nachfrage – wie von Experten angenommen – demnächst vervierfachen sollte.

Kein öffentlicher Handel
Da die derzeitige Fördermenge größtenteils durch lediglich vier Unternehmen erfolgt, fehlt für Lithium als Folge dieses Angebotsoligopols aktuell auch ein etablierter Markt, auf dem Preise transparent gebildet werden. Das Gegenteil ist der Fall: Da die Förderunternehmen ihre Preise meist direkt mit den Abnehmern aus der Industrie verhandeln und in langfristigen Verträgen fixieren, wird Lithium nicht an den Rohstoffbörsen der Welt gehandelt. Tatsächliche Handelspreise werden strikt vertraulich behandelt.
Investitionsmöglichkeiten
Anleger, die trotz vereinzelter Warnungen vor Übertreibungen von der Zukunft der Elektromobilität und einer Überhitzung des Marktes dennoch investieren möchten, können dies über Fonds oder Aktien von Lithiumproduzenten tun – beispielsweise die des australischen Produzenten Galaxy Resources (WKN A0LF83). Dieser vermeldete Anfang des Jahres einen Kursgewinn von stolzen 1.800 Prozent binnen zwei Jahren. Kein Wunder, dass die Deutsche Bank eine Analyse mit „Willkommen im Lithium-Ionen-Zeitalter“ überschrieb und ein „beispielloses Wachstum“ prognostizierte.

Albemarle (WKN 890167) und FMC (WKN 871138) aus den Vereinigten Staaten sowie Sociedad Quimíca y Minera de Chile (WKN 895007) und Tianqi Lithium (WKN 002466) aus China zählen zu den Big Playern der Branche. Folglich gehören deren Aktien zu jenen, die bei Anlegern bisher hoch im Kurs standen und unlängst Rekordhochs erreichten. Der amerikanische Chemieriese Albemarle ist erst vor drei Jahren ins Lithium-Geschäft eingestiegen und mittlerweile der größte Produzent.

Aktuell gibt es kein Unternehmen, das ausschließlich Lithium fördert und börsennotiert ist. Selbst Sociedad Quimica erwirtschaftet nur rund ein Fünftel seiner Umsätze mit der Lithiumförderung.

Ein Blick nach Kanada
Aber auch verhältnismäßig kleinere Unternehmen könnten von dem anstehenden Nachfrageschub durchaus profitieren. So vielleicht auch Millennial Lithium (WKN A2AMUE) – ein kanadisches Entwicklungsunternehmen, das seinen operativen Fokus auf Lithiumprojekte in Argentinien gelegt hat. So soll die Gesellschaft sehr gut an die bestehende Infrastruktur angeschlossen sein und bereits in drei Jahren in Produktion gehen. Zumindest streben President und CEO Kyle Stevenson und Chairman Graham Harris den Weg zum Produzenten mit Vollgas an.

Ebenfalls auf den Bereich Lithium spezialisiert ist die kanadische Explorationsgesellschaft Nemaska Lithium (WKN A1JQUB). Insbesondere deren Hauptprojekt Whabouchi im Nordwesten der kanadischen Provinz Quebec, welches derzeit das zweitgrößte Hard-Rock-Lithium- Vorkommen weltweit sein soll, ist kurz vor dem Minenbau und der Konstruktion der entsprechenden Verarbeitungsanlagen. Angesichts des sich in den kommenden Jahren anbahnenden Angebotsdefizits bei Lithium scheint CEO Guy Bourassa das perfekte Timing für das Produktionsvorhaben gewählt zu haben.

Lithium-Projekt in Österreich
Daneben lohnt sich auch ein Blick auf European Lithium (WKN A2AR9A), ein Explorations- und Erschließungsunternehmen, das sich auf sein „Wolfsberg Lithium Projekt“ in Österreich konzentriert, welches sich zu 100 Prozent im Firmenbesitz befindet. Im Interview mit Non- Executive Director Stefan Müller erfahren Interessierte auf den folgenden Seiten weitere Hintergründe der in Australien, Deutschland und Österreich börsennotierten Gesellschaft.
Breit gestreut
Wer aufgrund des erhöhten Risikos bei der Geldanlage in Einzelwerten lieber breit gestreut im Lithium-Sektor investieren möchte, findet im Solactive Lithium Performance-Index (ISIN DE000A1CQ7A7) ein mögliches Vorbild. Der Auswahlpool bildet die Kursentwicklung der 25 größten börsennotierten Unternehmen ab, deren Fokus auf der Exploration, dem Abbau und/oder der Investition in den Rohstoff liegt. Weitere Informationen können auf den Internetseiten der Solactive AG unter solactive.com eingesehen werden.

Die Nachfrage nach Lithium sollte theoretisch in Zukunft nicht nur stabil bleiben, sondern weiter wachsen, da hier nicht nur die enormen Erwartungen an die Elektromobilität eine bedeutende Rolle spielen, sondern auch die Anwendung in zahlreichen anderen technischen Applikationen. Werden weitere technologische Entwicklungen wie etwa stationär betriebene Stromspeicher salonfähig, könnte die Nachfrage geradezu explodieren.

LITHIUM-REPORT 2018

Der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts kommt gerade erst richtig in Fahrt.

Willkommen zum „Lithium Report 2018“ der Swiss Resource Capital AG, einem von drei Sonderreports zu Rohstoffen, die gerade jetzt voll in Fahrt kommen. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Metall Lithium wird in Zukunft vor allem von dem sich anbahnenden Boom der Elektromobilität profitieren können.

Die Entwicklung des Lithium-Ionen-Akkus steht erst am Anfang eines langen Weges und das Elektroautomobil muss sich seinen Platz bei den Verbrauchern und in der automobilen Geschichte erst erobern. Lithium ist Hauptbestandteil aller in Großserien erhältlichen Batterien und Akkus und somit das Hauptbindeglied zum elektromobilen Traum. Der jährlich stattfindende Pariser Autosalon stand in den vergangenen Jahren ganz im Zeichen der Elektromobilität und in Genf und Tokio dürfte es auf den kommenden Shows 2018 nicht anders sein. Allein Volkswagen will in den nächsten fünf Jahren gut zehn Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren und ab 2025 eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen. Tesla Motors und allen voran die asiatischen Elektro-Riesen Sony, Panasonic, Samsung, LG, BYD, Lishen und CATL sind da bereits einen Schritt weiter und werden ab sofort ihre Nachfrage bis zu vervierfachen.

Damit deutet sich für den Lithiummarkt ab sofort ein Angebotsdefizit an, da die Nachfragesteigerung die Angebotsausweitung zukünftig (weit) überschreiten wird. Da über 2025 hinaus kein Ende der Nachfragesteigerung in Sicht ist und zudem auch noch keine nennenswerten großen Lithium-Produktions-Projekte in der Pipeline sind, wird dieser Zustand auf absehbare Zeit anhalten.

Gerade die Lithium-Gesellschaften, die ihre jeweiligen Projekte bereits weit fortentwickelt haben, sollten in den kommenden Monaten die größten Kurschancen bieten, auch hinsichtlich einer möglichen Konsolidierung, sprich durch Übernahmeszenarien.

Die Swiss Resource Capital AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, interessierte Menschen umfassend über Metalle, Rohstoffe und verschiedene börsennotierte Bergbauunternehmen zu informieren. Auf der SRC-Webseite www.resource-capital.ch finden Sie neben dem aktuellen Uran-Report weitere Studien zu unterschiedlichen Rohstoffen sowie 20 Unternehmen aus diversen Rohstoffsektoren und viele weitere nützliche Informationen und Artikel rund ums Thema Edel- und Industriemetalle.

Direktlink zu den den zahlreichen Reports von Swiss Resource Capital

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