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Solide Ausbildung und langer Atem

Solide Ausbildung und langer Atem
Foto: DDV

Die Zeichen in der deutsche Wirtschaft stehen weiterhin auf Wachstum. Der Aufschwung hierzulande hat sogar zuletzt an Tempo zugelegt. Die Produktion in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ist laut Statistischem Bundesamt so stark gestiegen wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Nach einer guten ersten Jahreshälfte gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass die deutsche Wirtschaft den durchaus robusten Wachstumskurs in den Folgequartalen fortsetzt. Gute Vorzeichen für die Kapitalmärkte. Dieser Optimismus spiegelt sich in den Kursverläufen vieler Aktienindizes wider. Sowohl der DAX als auch die breiter gefassten deutschen Indizes MDAX und SDAX notieren auf Rekordständen. Doch partizipieren die Anleger wirklich von diesem jahrelangen Anstieg?

Hohes Sicherheitsbestreben

Machen wir uns nichts vor. Diejenigen, die sich mit der eigenen finanziellen Vorsorge beschäftigen, sollten ein wenig Fachkenntnis haben. Immer wieder ist zu hören, dass das Finanzwissen vieler Deutschen geradezu mangelhaft sei. Diese Kritik mag teilweise durchaus zutreffen. Ein Indiz hierfür wäre die hierzulande immer noch hohe Aktienabstinenz. Doch dass es mit der Wertpapierkultur nicht zum Besten bestellt ist, liegt vor allem auch am hohen Sicherheitsbestreben vieler Bundesbürger. Die Bundesbank-Statistiken offenbaren, dass viele getreu dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“ agieren. Ein Großteil der Sparer in Deutschland nimmt wohl nach wie vor Nullzinsen in Kauf, um zumindest den Kapitalerhalt, vor Inflation, sicherzustellen. Doch das ist ein Trugschluss.

Wer sein Anlageverhalten nicht den veränderten Gegebenheiten anpasst, riskiert einen Vermögensverlust. Die Zeiten, in denen vergleichsweise risikoarme Anlagen wie etwa Bundesschatzbriefe satte Renditen abwarfen, sind vorerst vorbei. Was bleibt, ist letztlich ein eher verzerrtes, tradiertes Bild vieler Bundesbürger mit Blick auf ihr individuelles Chance-Risiko-Verhältnis.

Breites Universum

Diejenigen, die sich doch nach und nach an den Kapitalmarkt trauen, können im breiten Universum der strukturierten Wertpapiere fündig werden. Denn Anlagezertifikate und/oder Hebelprodukte gehören in jede gut strukturierte Vermögensanlage. Und jeder kann sich nach seiner Marktmeinung ausgerichtete Zertifikate ins Portfolio legen. Anlegern, die angesichts der anhaltenden Hausse künftig eher seitwärts tendierende oder leicht fallende Kurse erwarten, bieten sich unter anderem Discount-Papiere an.

Einerseits erkauft sich der Anleger dabei eine höhere Sicherheit und das eben zu Lasten der möglichen Gewinne. Wenn sich dabei der Basiswert am Ende der Laufzeit nicht verändert hat, erzielt der Anleger einen Gewinn. Selbst wenn die Basiswerte leicht gefallen sind, muss das Engagement mit dem Discount-Papier nicht im Verlust enden. Hingegen ist mit Verlusten bei starken Abwärtsbewegungen zu rechnen. Der Basiswert muss dabei nicht immer eine Aktie sein, auch Indizes und Rohstoffe fungieren als Basiswerte für Discountpapiere. Etwas mehr als 5,1 Mrd. Euro waren Ende August in diese Klassiker der Zertifikate investiert; dabei hatten Investoren die Auswahl zwischen 160.500 Produkten. Knapp ein Drittel aller Anlageprodukte sind demnach Discount-Papiere. Mitunter ein Produkttyp, der dem sehr sicherheitsorientierten Anleger in der aktuellen Marktlage doch ganz gelegen kommen könnte.

Des Weiteren haben Anlageprodukte mit vollständigem Kapitalschutz derzeit etwas Rückenwind. War das in sie investierte Volumen, bedingt durch die Niedrigzinsen, lange Zeit permanent im Rückwärtsgang, so lässt sich nun so etwas wie Auftrieb für diese Produktklasse ausmachen. So waren im August 36,1 Prozent des Marktvolumens in Kapitalschutz-Zertifikate und Strukturierte Anleihen investiert – Tendenz leicht positiv. Hier ist eben eine Garantie, die des 100%igen Kapitalschutzes, gegeben. Und die Mehrheit der bundesdeutschen Anleger liebt Garantien. Diejenigen, die etwas mehr Risiko und zugleich mehr Chance ins Depot legen wollen, können einen Blick auf die Vielfalt der Teilschutz-Zertifikate werfen. Dies bedeutet, dass Anleger angesichts des Zinstiefs und der durchaus ambitionierten Börsenkurse keinen Grund haben, zu verzagen. Weitsichtiges Handeln ist gefragt. Strukturierte Wertpapiere können das Depot je nach individuellem Chance-Risiko-Profil bereichern. Sie haben Renditepotenzial, können das Depot absichern und bieten gegebenenfalls auch eine gewünschte Kapitalgarantie.

Leichtverständliche Erklärvideoss

In diesem Kontext der Wissensvermittlung, dem Abbauen von möglichen Vorurteilen und dem Setzen von Standards ist der DDV seit jeher engagiert und aktiv unterwegs. Da die Bundesbürger ausgesprochen risikoavers sind und darüber hinaus häufig entsprechend wenig Interesse an Kapitalmarktprodukten zeigen, wurden jetzt leichtverständliche Erklärfilme für Einsteiger produziert und auf Youtube (Suchbegriff: DDV Erklärvideo) veröffentlicht. Insgesamt elf Kurzfilme beschäftigen sich mit Basiswissen und den einfachsten am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Geldanlage in strukturierte Wertpapiere.

 

 

Abgesehen von den Erklärfilmen reiht sich ein weiteres Projekt in die Ausbildungsinitiative der Zertifikatebranche ein: „DDV on Tour“ ist eine Veranstaltungsreihe mit dem bekannten Börsenprofi Holger Scholze. Fast schon spielerisch beleuchtet er die Welt der Strukturierten Wertpapiere. Im Auftrag des Verbandes wird er alleine in den nächsten Monaten rund 50 Fachvorträge in deutschen Städten halten.

LARS BRANDAU (50) ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig, zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse.

Lars Brandau

Geschäftsführer, Deutschen Derivate Verbands (DDV)

Aufgaben und Ziele des DDV

Der Deutsche Derivate Verband (DDV) ist die Branchenvertretung der 15 führenden Emittenten derivativer Wertpapiere in Deutschland, die mehr als 90 Prozent des deutschen Zertifikatemarkts
repräsentieren. Darüber hinaus unterstützen weitere 12 Fördermitglieder die Arbeit des Branchenverbands. Seit seiner Gründung im Jahr 2008 erarbeitet der DDV verbindliche Standards für die Industrie. Zu den primären Zielen des DDV zählen auch die Bildung und Aufklärungsarbeit. Strukturierte Produkte werden einer breiteren Öffentlichkeit näher gebracht, unter anderem auf der Webseite des Verbands.

www.derivateverband.de

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