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Sparbuch adé

Wer spart, zahlt drauf im neuen Zeitalter der Nullzinsen. Dividendenstarke Aktien bieten eine lukrative Alternative. Doch hier knabbern Order- und Depotkosten an der Rendite. Das Derivate Magazin hat die Konditionen der Online-Banken unter die Lupe genommen.

Sparbuch adé - Teil 1

Früher war Sparen so einfach: Das Geld kam aufs Festgeldkonto oder wurde in Bundesanleihen angelegt. Beides war absolut sicher – und brachte ordentliche Zinsen von drei, vier oder noch mehr Prozent.

Längst haben sich die Zeiten geändert. Heute gleichen Zinsen im Promille-Bereich nicht einmal mehr die Geldentwertung aus. Da auch Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit weniger als 0,2 Prozent abwerfen, bleibt die bittere Einsicht für jeden Sparer: Wo früher sichere Renditen lockten, herrscht heute Ebbe. Und ein Ende der Zinsdiät ist nicht absehbar. Erst Mitte März hat die Europäische Zentralbank mit der Senkung der Leitzinsen auf das Rekordtief von null einmal mehr deutlich gemacht, wohin die Reise geht. Wirklich glücklich damit werden wohl nur Häuslebauer.

Wer mehr aus seinem Ersparten machen möchte und bereit ist ein höheres Risiko einzugehen, sollte sich nach anderen Möglichkeiten wie etwa Aktien oder gemanagten Fonds umschauen. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch börsengehandelte Indexfonds, die ganze Börsenbarometer wie den DAX nachbilden und sich genauso entwickeln. Mit Gebühren von 0,15 Prozent im Jahr sind sie deutlich günstiger als traditionelle Fonds.

Der Nachholbedarf in Sachen Wertpapiersparen ist immens. Hierzulande ist der Aktienhandel längst nicht so stark etabliert wie in anderen Ländern. Viele Bundesbürger befassen sich nicht gerne mit Finanzthemen, einige finden es sogar lästig. Nur 14 Prozent der Deutschen investieren aktuell in Aktienanlagen. „Bundesbürger sind nach wie vor leider sehr skeptisch“, kommentiert Hauke Stars, Vorstandsmitglied der Deutsche Börse AG. Doch sieht sie einen Lichtblick: „Immerhin ist nach einer Studie des Deutschen Aktieninstituts die Zahl der Aktionäre und Aktienfondsanleger im letzten Jahr um 560.000 gestiegen.“

Dicke Dividenden

„Niemand sollte sich in den Zeiten der abgeschafften Guthabenzinsen enteignet fühlen, sondern beherzt und aktiv handeln“, ruft denn auch Geldanlage-Buchautorin Beate Sander zum Umdenken auf. „Weg von der schleichenden Kapitalvernichtung hin zu fair bewerteten, zukunfts- trächtigen Aktien.“
Deutsche Aktien haben im Schnitt der vergangenen Jahrzehnte zwischen sieben und acht Prozent Rendite im Jahr vor Steuern abgeworfen. Jenseits der Grenzen war mit Dividendentitel sogar zwischen acht und zehn Prozent zu verdienen. In diesem Jahr sind die Ausschüttungen der deutschen Aktiengesellschaften so hoch wie nie zuvor. Allein die 30 größten Gesellschaften werden ihren Aktionären ca. 29,2 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten, hat die Commerzbank ausgerechnet. Unterm Strich wirft der DAX damit etwa drei Prozent ab.

Wer Wertpapiere handeln will, sollte zunächst die Angebote der Banken prüfen. Neben dem Umfang des Angebots entscheidet in erster Linie der Preis. Vergleichsweise günstig präsentieren sich Direktbanken und Onlinebroker, bei der Anleger allerdings auf die direkte Ansprache in der Filiale verzichten müssen. Die Kosten setzen sich aus Provisionen für ihre eigene Dienstleistung und externen Kosten wie etwa Börsen- oder Maklergebühren zusammen. Auf letztere haben Finanzdienstleister jedoch keinen Einfluss.

Sparbuch adé - Teil 2

Günstig und unbürokratisch

Das Derivate Magazin hat die größten und beliebtesten Online-Broker mit Sitz in Deutschland unter die Lupe genommen, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern. Für eine bessere Vergleichbarkeit haben wir nur die Konditionen der aktuellen Preisverzeichnisse aufgeführt, befristete Aktionen und Sonderkonditionen für Vieltrader sind nicht berücksichtigt.

Wichtig ist, das Angebot der unterschiedlichen Anbieter hinsichtlich des individuellen Bedarfs zu hinterfragen. So punktet etwa die Consorsbank mit einem breiten Angebot an Wertpapieren, Sparplänen und mobilen Handelsmöglichkeiten via Smartphone oder Tablet sowie kostenlosem Depot und Verrechnungskonto, ohne dass dafür bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssen. Wer hingegen häufig kaufen und verkaufen will, findet indes deutlich günstigere Angebote bei den Direktbanken Flatex, Benk und der Onvista Bank, die einen Pauschalpreis unabhängig von der Höhe des Anlagebetrags für alle Wertpapierkäufe und -verkäufe anbieten.

Ein teures Depot zu kündigen und zu einer preiswerten Bank zu wechseln oder als Wertpapier-Novize erstmals in die Welt des Börsenhandels einzutauchen, ist kinderleicht. Um ein Konto im Internet eröffnen zu können, ist lediglich ein so genanntes Postident-Verfahren erforderlich. Nachdem die Bank-Unterlagen eingetroffen sind, müssen Neukunden damit nur noch in eine Post-Filiale gehen. Den Rest erledigt dort der freundliche Mitarbeiter – mit geringem bürokratischen Aufwand und kostenlos.

Ausgewählte Anlagezertifikate

Anbieter Name des Depots Basiswert WKN Nächster Bewertungstag Finaler Bewertungstag Kupon in % Nächste Rückzahlungsschwelle Barriere bei Fälligkeit
Express-Zertifikat Commerzbank Lufthansa CZ35NJ 10.05.16 08.05.19 6,50 (kumulierend) 15,93 Euro (fallend) 10,62 Euro
Fixed Kupon Express-Zertifikat Credit Suisse EuroSTOXX 50 CS8A92 17.03.17 27.03.21 2,50 (unbedingt) 3.043,10 Punkte (fallend) 2.434,48 Punkte [1]
Express-Zertifikat Deutsche Bank Allianz DB2GZG 16.09.16 18.09.20 6,40 (kumulierend) 142,15 Euro (fallend) 85,29 Euro
Best Express-Zertifikat HVB Onemarkets Euro STOXX 50 HVB1XY 30.06.16 07.07.20 3,40 (kumulierend) 3.441,76 Punkte (konstant) 2.237,144 Punkte
Memory Express-Zertifikat Société Générale Euro STOXX 50 SE3W70 06.02.17 04.02.21 5,25 (Memory) 2.870 Punkte (konstant) 1.865,50 Euro (Memory)

[1]: kontinuierliche Barriere bei 2.191,032

Quelle: Derivate Magazin

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