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Was macht der kleine Bruder des DAX?

Wer Anfang 2011 in den deutschen Aktienindex Dax investierte, kann sich heute, nach gut 5 Jahren, über einen Gewinn von rund 43 Prozent freuen. Wer nicht auf den DAX sondern auf dessen „Bruder“ den MDAX setzte, hat sein Kapital sogar verdoppelt, und das trotz der „Delle“ im Jahr 2011.

Was macht der kleine Bruder des DAX? - Teil 1

Bekanntlich umfasst der Dax die nach Marktkapitalisierung und Umsatz 30 größten Unternehmen Deutschlands. Die nachfolgenden 50 Unternehmen auf den Plätzen 31 bis 80 befinden sich im MDAX.

Erfahrungsgemäß entwickeln sich die Aktien kleinerer Unternehmen langfristig besser als die der größeren. Bei kleineren Unternehmen ist das Steigerungspotential größer. Seit seinem Geburtstag vor rund 20 Jahren, am 19.01.1996, konnte sich der MDAX mehr als versechsfachen (+650 Prozent). Der DAX hingegen hat sich in diesem Zeitraum „nur“ verdreifacht (+320 Prozent).

 

Aussichten für den MDAX

Für beide Indizes gilt: Die Allzeithochs zu Anfang des Jahres 2015 wurden seitdem nicht übertroffen. Im Gegenteil, in 2016 wurden sogar deutlich tiefere Kurse erreicht.

Da die Wechselbeziehung (Korrelation) aller Aktien untereinander sehr groß ist, lohnt sich ein Blick auf die Aktien weltweit. Als repräsentativer Aktienindex für alle großen Börsen hat sich der NYSE Composite Index (New York Stock Exchange Index) mit seinen weit über 2.000 Aktiengesellschaften bewährt. Nach wie vor dominieren die USA alle Aktienbörsen global.

Wie in der Grafik 2 zu sehen, hat der NYSE Composite Index analog zum Dax und MDAX vom Frühjahr 2015 bis zum 31. März 2016 einen fallenden Trend (blaue parallele Linien) gebildet. Doch eine Trendwende nach oben könnte kurz bevorstehen.

Aus allen Aktien der NYSE wird der Long-Percent-Index (LPI) gebildet. Der LPI sagt aus, wieviel Prozent der Aktien eines Marktes (hier NYSE) ein Kaufsignal haben (vgl. Grafik 2, oben). In der Regel zeigt der LPI Trendwenden etwas früher an als der zu Grunde liegende Index. Der untere Chart der Grafik 2 zeigt zum Vergleich den ursprünglichen NYSE-Index.

Aktuell befindet sich der NYSE-LPI bei moderaten 60 Prozent. Das heißt, 60 Prozent aller Aktien der NYSE haben ein Kaufsignal. Zu Jahresbeginn waren es noch rund 20 Prozent (Grafik 2, oben: grüner Kreis).

Eine ähnliche Situation zeigte sich im Jahr 2011 (Grafik 2, Punkt 6). Der NYSE-Index sowie der NYSE-LPI hatten eine längere Abwärtsbewegung hingelegt. Der NYSE-LPI notierte weit unter 20 Prozent und kündigte mit einer anschließenden deutlichen Aufwärtsbewegung über das Niveau von 50 Prozent eine Trendwende nach oben an. Die positive Entwicklung der NYSE ließ nicht lange auf sich warten. Und so stieg der NYSE-Index über 50 Prozent von rund 7.000 auf rund 11.000 Punkte an. Eine entsprechende Entwicklung könnte dem MDAX nun auch bevorstehen.

Was macht der kleine Bruder des DAX? - Teil 2

Frühindikator NYSE-LPI

Wie bereits erwähnt, ist der NYSE-LPI ein exzellenter Frühindikator. Dies lässt sich besonders gut anhand von sogenannten Divergenzen erkennen. Dabei entwickelt sich der NYSE-LPI für gewisse Zeit in eine andere Richtung als der NYSE-Index und deutet somit die zukünftige Richtung des NYSE-Index an. Die Ziffern 1 bis 9 in Grafik 2 bezeichnen 9 Beispiele für solche Divergenzen. Bei den Ziffern 1 und 2 steigt der NYSE-Index noch an (Grafik 2, unten), der NYSE-LPI entwickelt sich jedoch bereits waagerecht (1) bzw. fallend (2). Anschließend fiel der NYSE-Index. Analog verhielt es sich bei den Ziffern 5, 6 und 8. Bei den Ziffern 3, 4 und 7 war es umgekehrt: Der NYSE-Index befand sich noch im Abwärtstrend, doch der NYSE-LPI stieg bereits wieder an (je länger bzw. tiefer sich der NYSE-LPI im überverkauften Bereich befindet, desto signifikanter ist seine Prognosequalität).

Aktuell befindet sich der NYSE-Index, wie die meisten bedeutenden Aktienindizes auch, im Abwärtstrend. Eine Divergenz hat sich bisher nicht gebildet. Jedoch markierte der NYSE-LPI bereits zweimal ein Tief bei sehr niedrigen 20 Prozent und befindet sich aktuell auf einem vielversprechenden Niveau von 60 Prozent.

Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass die gegenwärtige Situation des MDAX auch mit der bei Ziffer 3 verglichen werden kann: Dafür spricht der in beiden Fällen vorausgegangene lange Aufwärtstrend und die anschließende Schwächephase. Jedoch befand sich bei Ziffer 3 der NYSE-LPI nur relativ kurz und lediglich einmal im überverkauften Bereich, so dass nur eine kleinere Aufwärtsbewegung beim NYSE-Index zu erwarten war. Aktuell, nach den beiden Tiefs des NYSE-LPI in 2015 und Anfang 2016 (grüner Kreis), ist der überverkaufte Zustand deutlich signifikanter.

 

Welche Aktien jetzt kaufen?

Wer auf den MDAX setzten möchte kann dies mit einem ETF oder einem Zertifikat tun. Oder man setzt auf die interessantesten Einzeltitel des MDAX. Laut der Analysen des Beratungsunternehmens KRONENBERG invest GmbH sind dies KUKA (WKN 620440) und Rheinmetall (WKN 703000). KUKA hat ein Gewinnpotential von 86 Prozent für die nächsten 24 Monate, Rheinmetall 78 Prozent.

WINFRIED KRONENBERG ist Geschäftsführer der KRONENBERG invest GmbH und berät Fondsma- nager, Vermögensverwalter und Privatkunden. Seit 1998 setzt der studierte Wirtschaftsinformatiker sein selbstentwickeltes Handelssystem professionell ein.

WINFRIED KRONENBERG

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